Neurobiologe spricht über positive Auswirkung der Feiertage

"Gäbe es Weihnachten nicht, würde etwas in der Welt fehlen"

In finsteren Zeiten kann das Weihnachtsfest eine Chance sein, das Gute in den Vordergrund zu rücken. Neurobiologe, Trainer und Buchautor Marcus Täuber spricht über den positiven Einfluss des Glaubens und gibt Tipps für ruhige Tage.

Autor/in:
Elisabeth Friedgen
Bio-Weihnachtsbaum / © Mila Naumova (shutterstock)

Der Weihnachtsgottesdienst, eine Winterlandschaft oder die Lichter auf dem Weihnachtsmarkt – all diese Momente können Menschen in Staunen versetzen. Diese Ehrfurcht positiv zu nutzen, rät Marcus Täuber. Das Gefühl senke nachweislich Entzündungsfaktoren im Körper, sagt Täuber. "Um von diesem Effekt zu profitieren, genügt eines: dieses Gefühl häufiger erleben."

Dies könne zum Beispiel durch Religion und Spiritualität gelingen, ergänzte der Autor ("Gute Gefühle"). "Man muss kein Christ sein, um fasziniert zu sein vom Leben Jesu - der vermutlich spektakulärsten Persönlichkeit der Menschheitsgeschichte." Viele Menschen ließen sich auch von besinnlicher Musik, den vielen Lichtern und dem Beisammensein berühren: "Gäbe es Weihnachten nicht, würde etwas in der Welt fehlen."

Denkfalle unseres Gehirns

Zum Fest entspannt zu bleiben, sei für ihn kein Widerspruch, betonte Täuber. "Wir sind für unseren Stress selbst verantwortlich. Und zwar immer." Für die meiste Anspannung sorgten nicht nur in der Adventszeit, sondern auch im Job eigene Bewertungen "und der Druck, den wir uns selbst machen".

Perfektionismus sei "ein Ergebnis von Zwängen, die wir uns auferlegen, um ein wenig Anerkennung zu erlangen. Dahinter steckt letztlich unser Ego. Oder anders gesagt: eine Denkfalle unseres Gehirns."

Gut ist gut genug

Wer dies erkenne, sich selbst nicht zu wichtig nehme und sich zu den Festtagen sage "gut ist gut genug", der könne aufatmen, so der Experte. Zudem sei Weihnachten "mehr als Geschenke unter dem Christbaum und eine Gans auf dem Teller". 

Man könne diese Tage auch in einer ruhigen Berghütte, mit Spaziergängen oder in einer Suppenküche für obdachlose Menschen verbringen: "Da ist für jeden etwas dabei, das Sinn macht, Kraft gibt und Gutes bewegt."

Quelle:
KNA