Ein bisher unbekanntes Werk Rembrandt van Rijns wird ab Mittwoch in Amsterdam zu sehen sein. Wie das Rijksmuseum am Montag mitteilte, haben Forscher die Echtheit eines zuvor nicht Rembrandt zugeschriebenen Gemäldes bestätigt.
Das Werk aus dem Jahr 1633 zeigt die Vision des Zacharias im Tempel: Der durch ein Licht in der oberen rechten Ecke des Bildes angedeutete Erzengel Gabriel verkündet Zacharias, dass seine Frau trotz hohen Alters einen Sohn gebären wird – Johannes den Täufer.
Thematisch fügt sich das Werk nach Angaben des Museums nahtlos in das Oeuvre des damals 27-jährigen Künstlers ein: So habe er 1633 Daniel und Cyrus vor dem Götzen Bel gemalt, 1631 Simeons Lobgesang und 1630 Jeremias, der die Zerstörung Jerusalems beklagt.
Geschichte und Verifizierung des Bildes
Laut Auskunft des Museums war das Gemälde im Jahr 1960 aus Rembrandts Oeuvre ausgeschlossen worden. Anschließend verschwand es aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Nun haben Experten des Museums das Gemälde mit modernen Techniken untersucht und es mit anderen Gemälden von Rembrandt aus derselben Zeit verglichen.
"Die Materialanalyse, die stilistischen und thematischen Ähnlichkeiten, die von Rembrandt vorgenommenen Änderungen und die Gesamtqualität des Gemäldes lassen den Schluss zu, dass es sich bei diesem Gemälde um ein echtes Werk von Rembrandt van Rijn handelt", erklärte das Museum. Die Dauerleihgabe eines privaten Sammlers werde ab Mittwoch der Öffentlichkeit gezeigt.
Konkret hätten zweijährige Untersuchungen ergeben, dass alle Farben des untersuchten Gemäldes auch in anderen Werken von Rembrandt aus derselben Zeit zu finden sind. Maltechnik und Aufbau der Farbschichten seien vergleichbar. Makro-XRF-Scans und eine visuelle Inspektion hätten außerdem kompositorische Veränderungen gezeigt, die für die Echtheit des Werks sprächen. Die Signatur des Bildes stamme von Rembrandt und eine Analyse der Holztafel habe die Datierung auf das Jahr 1633 bestätigt.