Kardinal Parolin schreibt an Katholiken im Bistum Chur

Neuer Bischof muss Gräben überwinden

Das Netzwerk "Vielstimmig Kirche sein" von Schweizer Reformkatholiken hat nach eigenen Angaben ein "freundliches Schreiben" von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin erhalten. Wird darin der Prozess der Bischofsernennung angesprochen?

Von Idylle ist im Bistum Chur derzeit wenig zu merken / © Mor65_Mauro Piccardi (shutterstock)
Von Idylle ist im Bistum Chur derzeit wenig zu merken / © Mor65_Mauro Piccardi ( shutterstock )

Aus dem Schreiben gehe hervor, dass Parolin um die Probleme im Bistum Chur wisse. Zudem wird berichtet, dass er hoffe, dass der neue Bischof Gräben überwinden werde. Den genauen Wortlaut wolle die Gruppe nicht veröffentlichen; inhaltlich stehe "nichts Neues darin", auch nicht über den weiteren Prozess der Bischofsernennung.

Papst Franziskus kann neuen Bischof von Chur ernennen

Nach dem Ende der konfliktbelasteten Amtszeit von Bischof Vitus Huonder ist der Churer Bischofssitz seit 2019 vakant. Übergangsweise leitet es Bischof Pierre Bürcher (75) als Apostolischer Administrator. Die Gruppe "Vielstimmig Kirche sein" wirft ihm und Generalvikar Martin Grichting Machtmissbrauch vor, etwa im Zusammenhang mit der fristlosen Freisetzung des Urschweizer Generalvikars Martin Kopp.

Im November hatte der Vatikan dem wahlberechtigten Churer Domkapitel drei Bischofskandidaten vorgeschlagen. Auf Initiative Grichtings setzte sich eine knappe Mehrheit im Kapitel durch, die Wahl auszuschlagen, da keiner der drei akzeptabel sei. Nun kann Papst Franziskus am Kapitel vorbei einen neuen Bischof ernennen. Wann dies geschieht, ist unklar.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin predigt (Archiv) / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin predigt (Archiv) / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA