Krankenhaus Groß-Sand könnte doch an kirchliche Träger gehen

Neue Verhandlungen

Das finanziell angeschlagene katholische Krankenhaus Groß-Sand in Hamburg könnte nun doch in kirchlicher Trägerschaft bleiben. Das Erzbistum Hamburg steht dazu in neuen Verhandlungen mit zwei Gesellschaften.

Krankenhaus Groß-Sand in Hamburg / © Michael Althaus (KNA)
Krankenhaus Groß-Sand in Hamburg / © Michael Althaus ( KNA )

Das Erzbistum Hamburg verhandelt mit der Immanuel Albertinen Diakonie und der St. Franziskus-Stiftung Münster als ökumenische Bietergemeinschaft über Entwicklungsperspektiven für das Krankenhaus, wie ein Sprecher der Diözese am Donnerstag mitteilte. Demnach haben die beiden Gesellschaften Interesse, die Einrichtung im Verbund mit den weiteren Krankenhäusern des Erzbistums zu übernehmen. Dabei handelt es sich um das Marienkrankenhaus in Hamburg, das Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg und das Marien-Krankenhaus in Lübeck, die bereits zur sogenannten Ansgar-Gruppe zusammengeschlossen sind.

Geplanter Verkauf der Klinik Groß-Sand

Die Klinik Groß-Sand im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg befindet sich nach Angaben des Erzbistums Hamburg seit einigen Jahren in einer wirtschaftlichen Schieflage, weshalb die Diözese das 200-Betten-Haus verkaufen will. Das Verfahren zieht sich bereits seit Monaten hin. Zwischenzeitlich hatte das Erzbistum auch die Übergabe an einen nicht-kirchlichen Träger in Erwägung gezogen. Nachdem es jedoch angeboten hatte, auf dem Haus lastende Pensionsverpflichtungen zu übernehmen, gibt es nun auch wieder Interessenten aus dem kirchlichen Bereich.

Die Verhandlungspartner haben laut Erzbistum in einem "Letter of Intent" ihre Absicht zu ernsthaften Verhandlungen bekräftigt. Die Gespräche stünden erst am Anfang. Es sei vereinbart worden, zum Stand der Gespräche vorerst keine weiteren Auskünfte zu erteilen.

Immanuel Albertinen Diakonie und St. Franziskus-Stiftung Münster

Die Immanuel Albertinen Diakonie in freikirchlicher Trägerschaft wurde Anfang 2019 durch einen Zusammenschluss des Albertinen Diakoniewerks in Hamburg und der Immanuel Diakonie in Berlin gegründet. Sie unterhält Einrichtungen in sieben Bundesländern, darunter Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Behinderten- und Suchtkrankenhilfe.

Die St. Franziskus-Stiftung Münster ist Trägerin von 15 katholischen Krankenhäusern sowie neun Behinderten- und Senioreneinrichtungen in Nordwestdeutschland und zählt damit zu den größten deutschen Krankenhausträgern.

Quelle:
KNA
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