Neue Umweltdokumentation mit Papst Franziskus erscheint

Über Videoplattform frei zugänglich

An diesem Dienstag feiert eine neue Umweltdoku mit dem Papst Weltpremiere. Im Mittelpunkt von "The Letter" steht die Botschaft der päpstlichen Umweltenzyklika "Laudato si". Sie sei eine Art Selbsthilfebuch zum Thema Umweltschutz.

Lorna Gold, Vorstandsvorsitzende der Laudato si-Bewegung, bei der Pressekonferenz zur Präsentation des Dokumentarfilms The Letter / © Paolo Galosi/Romano Siciliani (KNA)
Lorna Gold, Vorstandsvorsitzende der Laudato si-Bewegung, bei der Pressekonferenz zur Präsentation des Dokumentarfilms The Letter / © Paolo Galosi/Romano Siciliani ( KNA )

Das sagte Regisseur und Emmy-Preisträger Nicolas Brown bei der Vorstellung am Dienstag im Vatikan. Um der Klimakrise entgegenzutreten, müssten wir unsere Blase verlassen, Unterschiede ablegen und in Dialog treten. Diese Botschaft verbreite der Film, der auf YouTube zu sehen ist.

Betroffene erzählen in Dokumentation ihre Geschichte

In der Dokumentation erzählen Protagonisten die Geschichte ihrer persönlichen Betroffenheit vom Klimawandel. Ein indigener Stammesführer aus dem Amazonasgebiet, ein Klimaflüchtling und Student aus dem Senegal, eine Jugendaktivistin aus Indien und ein Wissenschaftler-Ehepaar aus den USA sprechen darüber auch mit Papst Franziskus.

 Pressekonferenz zur Umweltdoku The Letter
 / © Paolo Galosi/Romano Siciliani (KNA)
Pressekonferenz zur Umweltdoku The Letter / © Paolo Galosi/Romano Siciliani ( KNA )

Der Film und die persönlichen Geschichten zeigten eindringlich, dass die ökologische Krise jetzt stattfinde, sagte der Leiter der vatikanischen Entwicklungsbehörde, Kardinal Michael Czerny. Sein Dikasterium und die vatikanische Kommunikationsbehörde waren an der Entstehung von "The Letter" beteiligt. Produziert wurde die Doku vom Oscar-prämierten Team "Off the Fence" ("Mein Lehrer, die Krake") in Zusammenarbeit mit der katholischen Klimabewegung "Laudato si".

"Apokalyptische Überschwemmungen, anhaltende Dürren, verheerende Hitzewellen, katastrophale Wirbelstürme und Hurrikans sind in den letzten Jahren zur neuen Normalität geworden und werden immer schlimmer werden", so Czerny. "Dieser wunderschöne Film, eine herzzerreißende und zugleich hoffnungsvolle Geschichte, ist ein klarer Ruf an die Menschen überall: Wacht auf! Macht ernst! Trefft euch! Handelt gemeinsam! Handelt jetzt!"

Botschaft an die Zielgruppe vermitteln

Papst Franziskus habe mit der Enzyklika alle Menschen dieser Erde ansprechen wollen, ergänzte Lorna Gold, Präsidentin der "Laudato si"-Bewegung.

Papstenzyklika "Laudato si" als politische Vorlage / ©  Cristian Gennari (KNA)
Papstenzyklika "Laudato si" als politische Vorlage / © Cristian Gennari ( KNA )

Der Film ermögliche, seine Botschaft an eine Zielgruppe zu vermitteln, die das Papstschreiben nicht gelesen hat oder lesen würde. Um so viele Menschen wie möglich mit dem päpstlichen Anliegen zu erreichen, sei die Doku über YouTube frei zugänglich, fügte Regisseur Brown hinzu.

Ab Dienstag 18.30 Uhr deutscher Zeit ist der Film auf der Videoplattform verfügbar. Der 4. Oktober ist zugleich Festtag des Heiligen Franz von Assisi und markiert den Beitritt des Staates Vatikanstadt zur UN-Klimarahmenkonvention und dem Pariser Klimaabkommen.

Enzyklika "Laudato si"

Klimawandel, Artenvielfalt, Trinkwasser: Diese Themen bestimmen die Umweltenzyklika von Papst Franziskus. Er wendet sich damit an "alle Menschen guten Willens" - und erklärt, warum eine ökologische Umkehr auch soziale Gerechtigkeit bedeutet. Papst Franziskus hat die reichen Industrienationen zu einer grundlegenden "ökologischen Umkehr" aufgefordert, um globale Umweltzerstörung und Klimawandel zu stoppen.

Papst Franziskus in nachdenklicher Pose / © Paul Haring (KNA)
Papst Franziskus in nachdenklicher Pose / © Paul Haring ( KNA )
Quelle:
KNA