Die neuen Gardisten schworen, notfalls auch das eigene Leben für den Schutz des Papstes zu opfern. Dazu traten sie einzeln vor, erhoben die rechte Hand zum Schwur und ergriffen mit der linken Hand die Stange der Gardefahne.
Der neue Kommandant der Garde, Christoph Graf, sprach in seiner Rede auch die Gefahr islamistischer Terroranschläge auf Papst und Vatikan an. Angesichts der aktuellen internationalen Sicherheitslage und "der Bedrohungen, die von Medien verbreitet werden", wolle er nur eine Frage stellen: "Glauben wir noch an die Allmacht Gottes?" Zu der Zeremonie waren auch der vatikanische Innenminister Angelo Becciu und der Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, gekommen.
Personenschutz des Papstes
Die Schweizergarde bewacht den Papst und seinen Palast seit 1506. Heute hat die Schutztruppe eine Sollstärke von 110 Mann und ist für den Personenschutz des Papstes sowie für die Kontrolle der Eingänge des Vatikans zuständig. Die Bewachung des vatikanischen Gästehauses Santa Marta, wo Franziskus residiert, teilt sich die Schweizergarde mit der vatikanischen Gendarmerie.
Das Datum der jährlichen Vereidigung erinnert an die Plünderung Roms durch die Landsknechte Kaiser Karls V., den sogenannten Sacco di Roma am 6. Mai 1527. Damals fielen 147 Soldaten bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. (1523-1534). Die meisten Rekruten verpflichten sich heute für eine zweijährige Dienstzeit.
Überraschungsbesuch vom Papst
24 der neuen Gardisten sind Deutschschweizer; 7 stammen aus dem französischsprachigen und einer aus dem italienischsprachigen Landesteil. Am Freitag hatte der Papst überraschend das Quartier der Garde besucht und an der Feier zur Weihe der neuen Fahne teilgenommen. Mit dieser Zeremonie wird traditionell der neue Kommandant eingeführt, dessen Familienwappen auf der Fahne abgebildet ist.
Es ist die erste Vereidigung unter Graf, der im Februar die Nachfolge von Daniel Anrig antrat. Anrigs Abberufung durch den Papst nach gut sechs Jahren hatte Unruhe und Spekulationen hervorgerufen. Medien berichteten, der Führungsstil sei Franziskus zu streng gewesen. Der Papst und der scheidende Kommandant selbst widersprachen dieser Deutung. Franziskus begründete den Schritt damit, dass er bei einem Besuch im Quartier der Garde den Eindruck gewonnen habe, dass eine Erneuerung gut täte.