Pfarrei entfernt Grabplatte von Priester

Nach Vorwürfen sexuellen Missbrauchs

Auf Bitten Betroffener sexuellen Missbrauchs wird die Pfarrei Sankt Marien Friesoythe die Grabplatte eines früheren Pfarrers aus der Pfarrei Markhausen entfernen. Der Missbrauchsbeauftragte im Bistüm Münster begrüßt die Entscheidung.

Grabsteine auf einem Friedhof / © Beatrice Tomasetti (DR)
Grabsteine auf einem Friedhof / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Eine katholische Gemeinde in Niedersachsen lässt die Grabplatte eines früheren Pfarrers, dem sexueller Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen wird, von ihrem Friedhof entfernen. "Nach Bekanntwerden des schweren Missbrauchs an vielen Kindern und Jugendlichen in Markhausen haben sich Betroffene gemeldet und um Entfernung der Grabplatte - wie es auch in anderen Bistümern gemacht wurde - gebeten", teilte die Kirchengemeinde Sankt Marien Friesoythe am Freitag mit. Zu ihr zählt die betroffene Pfarrei in Markhausen. "Aus Respekt vor den Opfern sehen wir es als unsere Pflicht, diesem Wunsch nachzukommen, damit das Leid der Betroffenen nicht unnötig verlängert wird", hieß es weiter.

Richtige Entscheidung

Der Missbrauchsbeauftragte des zuständigen Bistums Münster, Peter Frings, begrüßte den Schritt. Seines Wissens sei es das erste Mal in der Diözese, dass der Grabstein eines möglichen Missbrauchstäters entfernt werde, sagte Frings dem Münsteraner Online-Portal kirche-und-leben.de.

Dem Portal zufolge war der Beschuldigte ab 1953 bis zu seinem Tod 1970 in der Pfarrei in Markhausen tätig. Nach einem Bericht der "Nordwest-Zeitung" von Anfang dieses Jahres hätten sich Betroffene gemeldet. Laut Frings sind dem Bistum mittlerweile zehn Betroffene bekannt.

Quelle:
KNA
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