Bischof Genn entzieht "Totus Tuus" kirchliche Anerkennung

Nach geistlichem Missbrauch

Der Münsteraner Bischof Genn hat der geistlichen Gemeinschaft "Totus Tuus Neuevangelisierung" die kirchliche Anerkennung entzogen. Er unterzeichnete ein entsprechendes Dekret und begründete dies mit geistlichem Missbrauch in der Vereinigung.

Symbolbild Missbrauch / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Missbrauch / © Harald Oppitz ( KNA )

Das teilte das Bistum am Freitag mit. Demnach darf sich die in mehreren Ländern verbreitete Gruppe nicht mehr katholisch nennen. Als weltweit einziges Bistum hatte Münster "Totus Tuus" (Ganz Dein) 2004 anerkannt.

Das Bistum ging seit 2017 Vorwürfen ehemaliger Mitglieder nach, wonach die Gemeinschaft sektenartige Strukturen pflege. Die Rede war unter anderem von blindem Gehorsam und beeinträchtigter Freiheit besonders im Bereich von Sexualität und Ehe.

Schwerwiegende Mängel nicht behoben

Die "Totus Tuus"-Verantwortlichen seien "nicht willens, bereit und in der Lage", die in einem Untersuchungsbericht festgehaltenen schwerwiegenden Mängel im geistlichen Umgang mit Mitgliedern einzusehen und abzustellen, heißt es in dem Dekret.

Seelsorge-Mitarbeitern des Bistums wird darin eine Mitgliedschaft oder Mitwirkung in der Vereinigung untersagt. Hinweise auf Straftaten oder sonstiges rechtliches Fehlverhalten wurden laut Bistum bei "Totus Tuus" aber nicht gefunden.

"Totus Tuus" ist eng mit dem kirchlich offiziell nicht anerkannten Marienwallfahrtsort Medjugorje im Balkanland Bosnien-Herzegowina verbunden. Ausgehend von einer Jugendwallfahrt dorthin gründete das Ehepaar Leon und Birgit Dolenec die Vereinigung in den 1990er-Jahren.

Bischof Felix Genn im Dialog / © Harald Oppitz (KNA)
Bischof Felix Genn im Dialog / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA