Museum plant Sonderausstellung zum 100. Geburtstag von Benedikt XVI.

Zusammen mit Bistum Regensburg

"Wir sind Papst" titelte 2019 die "Bild"-Zeitung, als Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI. wurde. Der Bayer auf dem Stuhl Petri würde im Jahr 2027 seinen 100. Geburtstag feiern. Grund für eine Sonderschau in Regensburg.

Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 / © Alessia Pierdomenico (shutterstock)
Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006 / © Alessia Pierdomenico ( shutterstock )

Das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg will 2027 eine Sonderausstellung zum 100. Geburtstag von Papst Benedikt XVI./Joseph Ratzinger (1927-2022) zeigen. 

Diese werde in Zusammenarbeit mit dem Bistum Regensburg vorbereitet, verriet der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Richard Loibl, in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Der bayerische Papst hatte Regensburg im Rahmen seiner Bayern-Reise 2006 besucht und dabei einen großen Gottesdienst auf dem Islinger Feld gefeiert. Außerdem segnete er damals die nach ihm benannte Orgel in der Alten Kapelle.

Enger Bezug zu Regensburg

Zu Regensburg hatte Benedikt XVI. zeitlebens einen engen Bezug. Dort lebte sein Bruder Georg Ratzinger (1924-2020), der langjährige Leiter der Regensburger Domspatzen. Dies war mit ein Grund, warum Joseph Ratzinger 1969 an die Universität Regensburg wechselte, wo er bis 1977 Dogmatik lehrte. 

Blick von der Donau auf den Regensburger Dom  / © Mikhail Markovskiy (shutterstock)
Blick von der Donau auf den Regensburger Dom / © Mikhail Markovskiy ( shutterstock )

Danach folgte der Ruf auf den Stuhl des Erzbischofs von München und Freising, 1981 wurde er zum Präfekten der römischen Glaubenskongregation ernannt.

Sein einstiges Wohnhaus in Pentling nahe Regensburg ist mittlerweile im Besitz des Instituts Papst Benedikt XVI./Joseph Ratzinger. Dort hatte er selbst als Präfekt noch bisweilen Urlaub gemacht, heute wird dieses als "Ort der Begegnung und Dokumentation" genutzt.

An die Uni kehrte der Papst ebenfalls bei seiner Bayern-Reise 2006 zurück und hielt dort an seiner alten Wirkungsstätte seine berühmte Rede zu Glauben und Vernunft, die für große Diskussionen sorgte. Ein letztes Mal war Ratzinger, als emeritierter, vom Alter gezeichneter Papst, 2020 nach Regensburg geeilt, ans Sterbebett seines Bruders.

Papstgeburtshaus in Marktl

Joseph Ratzinger kam am 16. April 1927, einem Karsamstag, im oberbayerischen Marktl am Inn zur Welt. Er war das dritte Kind des Gendarmen Joseph und seiner Frau Maria. Schon wenige Stunden später wurde er in der dortigen Pfarrkirche Sankt Oswald getauft. Einen Überblick über das Leben und Wirken des am 19. April 2005 zum Papst gewählten Ratzinger bietet das dortige Papstgeburtshaus.

Benedikt XVI. trat im Februar 2013 von seinem Amt zurück. Als emeritierter Papst lebte er die folgenden Jahre zurückgezogen im Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten, wo er an Silvester 2022 im Alter von 95 Jahren starb.

Die wichtigsten Leitlinien des Denkens von Joseph Ratzinger

Benedikt XVI. war der erste Papst der Neuzeit, der freiwillig sein Amt abgab. Dabei berief er sich auf sein Gewissen - obwohl er dieser Instanz stets misstraute und theologisch ganz andere Schwerpunkte setzte. Wie wohl kein Papst vor ihm ist Benedikt XVI. auch auf dem Stuhl Petri ein Theologe geblieben.

Bereits als junger Wissenschaftler gehörte er zu den führenden deutschen Dogmatik-Professoren, die das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) prägten. Später entfremdete er sich immer mehr von seinen Kollegen.

Papst em. Benedikt XVI. am Schreibtisch / © Osservatore Romano/Romano Siciliani (KNA)
Papst em. Benedikt XVI. am Schreibtisch / © Osservatore Romano/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA