Mönche sind bei bayerischen Kommunalwahlen erfolgreich

Plätze in jeweiligen Gemeinderäten

Am vergangenen Sonntag wurde in Bayern auf kommunaler Ebene gewählt. Dabei wurden nicht nur Vertreter von Parteien in Rathäuser, Kreis- und Gemeinderäte gewählt, sondern auch Ordensmänner. Wer hat es geschafft?

Hinweisschild zu einem Wahllokal / © Hans Klaus Techt (dpa)
Hinweisschild zu einem Wahllokal / © Hans Klaus Techt ( dpa )

Bei den Kommunalwahlen in Bayern haben auch Ordensleute erfolgreich kandidiert. So verteidigten Benediktiner aus dem unterfränkischen Münsterschwarzach sowie aus den oberbayerischen Orten Sankt Ottilien und Scheyern ihre Plätze in ihrem jeweiligen Gemeinderat.

In Schwarzach am Main erzielte die Liste Abtei des Klosters Münsterschwarzach 6,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ein Platz im Gemeinderat geht somit an Pater Christoph Gerhard, Geschäftsführer der Verlags-GmbH Vier Türme und Cellerar, also Wirtschaftsverwalter des Klosters. 

Ein Wählender geht in einem Wahllokal in einen Wahlraum / © Marijan Murat (dpa)
Ein Wählender geht in einem Wahllokal in einen Wahlraum / © Marijan Murat ( dpa )

In Eresing holte die Wählergemeinschaft Sankt Ottilien 9,2 Prozent der Stimmen. Gewählt ist Pater Tassilo Lengger, der lange die Landwirtschaft seiner Abtei führte. In Scheyern gehört Pater Lukas Christoph Wirth dem Gemeinderat für die Liste CSU/Bürgerblock Scheyern an, die 37,9 Prozent der Stimmen bekam. Wirth ist Geschäftsführer der Klosterbier Vertriebs GmbH und Cellerar.

Besonderheit in politischem Engagement der Benediktiner

Das kommunalpolitische Engagement der Benediktiner ist nach Angaben des Internetportals katholisch.de eine Besonderheit. Eigentlich verbietet demnach das Kirchenrecht Geistlichen die Übernahme öffentlicher Ämter, die eine "Teilhabe an der Ausübung weltlicher Gewalt" mit sich bringen. Zur vorvergangenen Wahl sagte Pater Christoph Gerhard dem Portal, dass es im Gemeinderat allerdings nicht um Parteipolitik, sondern um Bürgerbeteiligung und Mitverantwortung gehe. Daher sei eine Kandidatur möglich, so der Ordensmann.

Benediktinerorden

Die Benediktiner sind die älteste heute noch bestehende klösterliche Bewegung der katholischen Kirche im Westen. Der Orden geht zurück auf die Regel des heiligen Benedikt von Nursia (480-547). In seiner heutigen Form wurde er 1893 von Papst Leo XIII. (1878-1903) gebildet. Als benediktinisch im weiteren Sinne gelten alle Ordensgemeinschaften, die nach der Regel Benedikts leben, etwa Zisterzienser und Trappisten.

Ein Benediktiner geht durch einen Klosterflur / © Simon Koy (KNA)
Ein Benediktiner geht durch einen Klosterflur / © Simon Koy ( KNA )
Quelle:
KNA