Bei den Kommunalwahlen in Bayern haben auch Ordensleute erfolgreich kandidiert. So verteidigten Benediktiner aus dem unterfränkischen Münsterschwarzach sowie aus den oberbayerischen Orten Sankt Ottilien und Scheyern ihre Plätze in ihrem jeweiligen Gemeinderat.
In Schwarzach am Main erzielte die Liste Abtei des Klosters Münsterschwarzach 6,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ein Platz im Gemeinderat geht somit an Pater Christoph Gerhard, Geschäftsführer der Verlags-GmbH Vier Türme und Cellerar, also Wirtschaftsverwalter des Klosters.
In Eresing holte die Wählergemeinschaft Sankt Ottilien 9,2 Prozent der Stimmen. Gewählt ist Pater Tassilo Lengger, der lange die Landwirtschaft seiner Abtei führte. In Scheyern gehört Pater Lukas Christoph Wirth dem Gemeinderat für die Liste CSU/Bürgerblock Scheyern an, die 37,9 Prozent der Stimmen bekam. Wirth ist Geschäftsführer der Klosterbier Vertriebs GmbH und Cellerar.
Besonderheit in politischem Engagement der Benediktiner
Das kommunalpolitische Engagement der Benediktiner ist nach Angaben des Internetportals katholisch.de eine Besonderheit. Eigentlich verbietet demnach das Kirchenrecht Geistlichen die Übernahme öffentlicher Ämter, die eine "Teilhabe an der Ausübung weltlicher Gewalt" mit sich bringen. Zur vorvergangenen Wahl sagte Pater Christoph Gerhard dem Portal, dass es im Gemeinderat allerdings nicht um Parteipolitik, sondern um Bürgerbeteiligung und Mitverantwortung gehe. Daher sei eine Kandidatur möglich, so der Ordensmann.