Ein aufmerksamer Blick und ein verantwortungsvolles Handeln haben dazu geführt, dass ein gestohlener Kirchenschatz wieder an seinen rechtmäßigen Ort zurückkehrte: Fred Brömsel, Mitarbeiter der Stadtwerke Bonn (SWB), entdeckte Anfang März auf einer Grünfläche nahe der Konzernzentrale einen massiv geschmiedeten Kerzenständer - und setzte alles daran, ihn zurückzugeben.
Der 63-Jährige, der in der SWB-Hausverwaltung arbeitet, bemerkte den Gegenstand am Freitag, 6. März, bei einem Rundgang um das Gelände. "Zu Beginn meines Arbeitstages gehe ich immer einmal ums Haus, um Müll aufzusammeln. An diesem Tag habe ich kurz vor Feierabend noch eine zweite Runde gedreht - was ich sonst nie mache", erzählt Brömsel.
Unter einem großen Thermometer an der Welschnonnenstraße lagen neben Kupferrohren auch der wertvolle Kerzenständer. "Der sah sehr kostbar aus", erinnerte er sich. Eine kurze Internetrecherche bestätigte seinen Verdacht: Das Stück könnte mehrere hundert Euro wert sein.
Ein glückliches Ende
Brömsel brachte den Fund zunächst zur nahegelegenen Stiftskirche - und traf ins Schwarze: "Tatsächlich war der Kerzenständer aus der Kirche entwendet worden", erklärte er. Anschließend meldete er den Fund bei der GABI-Wache der Polizei, wo der Diebstahl bereits bekannt war. Offensichtlich hatten Unbekannte den Leuchter zusammen mit den Kupferrohren auf der Grünfläche abgelegt.
Der mehr als 700 Euro wertvolle Kerzenständer gehört zur Dietkirchenmadonna, einer der ältesten Figuren der Stiftskirche aus dem 14. Jahrhundert. Brömsel brachte das Diebesgut persönlich zurück - zur großen Freude der Gemeinde. "Wir sind Herrn Brömsel sehr dankbar für sein aufmerksames, kluges und engagiertes Handeln. Das verdient große Anerkennung", betonte Stadtdechant und Innenstadtpfarrer Msgr. Dr. Markus Hofmann beim gemeinsamen Fototermin.
Hilfsbereitschaft als Selbstverständlichkeit
Für Fred Brömsel, der seit 34 Jahren bei den SWB arbeitet, ist solch ein Engagement selbstverständlich. Seine Laufbahn begann 1992 im Gleisbau, später wechselte er ins Haltestellenmanagement, bevor er in die Hausverwaltung am Standort Theaterstraße kam. "Es ist schön, dass der Leuchter wieder da ist, wo er hingehört", sagte er bescheiden.