Geistliche im Südsudan nach Anschlag auf Bischof verhaftet

Mitarbeiter der eigenen Diözese

Im Südsudan sind nach Polizeiangaben etliche Mitarbeiter der katholischen Diözese Rumbek verhaftet worden. Sie stünden im Verdacht, bei dem Attentat auf den künftigen Bischof des Bistums, Christian Carlassare, Mittäter gewesen zu sein. 

Symbolbild Holzkreuz und Handschellen / © NoonVirachada (shutterstock)
Symbolbild Holzkreuz und Handschellen / © NoonVirachada ( shutterstock )

Unbekannte hatten den aus Italien stammenden Priester am vergangenen Sonntag im Schlaf überrascht und mehrmals angeschossen. Bisher verhaftete die Polizei mindestens zwei Dutzend Tatverdächtige. Bei 13 von ihnen soll es sich um Mitarbeiter von Carlassares Diözese handeln, wie der lokale Radiosender Eye Radio am Mittwoch berichtet. Laut ACI Africa, der sich auf anonyme Quellen aus dem Bistum beruft, seien auch "drei Geistliche" unter den Festgenommenen.

Die Diözese Rumbek musste nach dem Tod von Caesar Mazzolari zehn Jahre ohne Bischof auskommen. Beobachter vermuten dahinter innerkirchliche Rivalitäten. "Die Diözese ist bekannt für eine erbitterte interne Kirchenpolitik, und etliche Geistliche aus dem Ausland wurden in der Vergangenheit angegriffen", berichtet der lokale Radiosender Tamazuj.

Hatte Nachfolge noch nicht angetreten

Dem Bericht zufolge hätten Gläubige nach dem jüngsten Attentat für die Entlassung eines Pfarrers demonstriert, der gleichzeitig als Bistumskoordinator für Rumbek fungiert. Carlassare wurde am Montag mit Schussverletzungen in beiden Beinen in Kenias Hauptstadt Nairobi gebracht. Er ist nach einer Operation den Angaben zufolge stabil.

Etliche Politiker, darunter Präsident Salva Kiir Mayardit, forderten eine schnelle Aufklärung der "heimtückischen Tat". Im März hatte der Papst Carlassare zum künftigen Bischof der Diözese ernannt. Der 43-Jährige stammt aus Schio in Norditalien und soll Ende Mai die Nachfolge antreten.

Quelle:
KNA
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