Die Lage für die Menschen im Libanon spitzt sich laut dem katholischen Hilfswerk missio München dramatisch zu. Nach dem Eintreten der Hisbollah-Miliz in den Krieg zwischen Israel und Iran werden weite Teile des Landes von israelischen Luftangriffen getroffen, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heißt.
Projektpartner des Hilfswerks sprächen von massiver Vertreibung und Gewalt. "Die leidgeprüften Menschen im Libanon werden zwischen den Fronten dieses furchtbaren Stellvertreter-Krieges zerrieben", erklärte missio-Präsident Wolfgang Huber und ließ kurzfristig eine Nothilfe von 50.000 Euro bereitstellen.
Mit dem Geld werden der Mitteilung zufolge Pakete mit Lebensmitteln zusammengestellt sowie Medikamente, Windeln und Milch für Babys, die Verteilung läuft über kirchliche Strukturen. Auch Hygiene-Artikel, Matratzen, Decken und Brennstoff sollen an die Menschen ausgeben werden. Tausende binnengeflüchtete Familien, Christen und Muslime, wolle die Päpstliche Mission im Libanon auf diese Weise erreichen und unterstützen.
Tapfere christliche Gemeinden
"Besonders denke ich in diesen Tagen an die Christinnen und Christen im Süden des Landes, die als bedrohte Minderheit in der Region immer wieder unter enormem Druck stehen", sagte Huber. Auch diesen tapferen Gemeinden werde man beistehen. Dabei erinnerte er an die vielen Familien in der Bekaa-Ebene, die wieder einmal ihre Häuser öffneten und das Wenige, das sie haben, mit den Bedürftigen teilten.
Allein in den Gemeinden auf dem Gebiet des maronitischen Erzbistums Deir el-Ahmar seien innerhalb kürzester Zeit gut 8.000 Geflüchtete aus dem Süden angekommen. Erst 2024 - im Zuge des Krieges mit Israel - waren in der Gegend Zehntausende Schutzsuchende aus dem Süden gestrandet.