Missbrauchs-Entschädigung in Spanien soll künftig steuerfrei werden

Beschluss der Regierung

Keine Steuern mehr auf Entschädigungszahlungen für kirchlichen Missbrauch? In Spanien floss bisher ein beträchtlicher Teil der entsprechenden Summen an den Fiskus. Das soll sich nach einem Beschluss der Regierung nun bald ändern.

Blick auf Madrid und die Kathedrale Santa Maria la Real de La Almudena / © ESB Professional (shutterstock)
Blick auf Madrid und die Kathedrale Santa Maria la Real de La Almudena / © ESB Professional ( shutterstock )

Wer in Spanien eine finanzielle Entschädigung für kirchlichen Missbrauch erhält, muss darauf keine Einkommensteuer mehr entrichten. Einen entsprechenden Beschluss will die Regierung in Madrid laut dem Portal "Religión Digital" noch an diesem Dienstag fassen. Grundlage ist eine Vereinbarung mit der katholischen Kirche.

Unmut und Unverständnis

Bislang mussten Betroffene, anders als etwa in Deutschland, bis zu 30 Prozent der Entschädigungssumme an das Finanzamt zahlen. Das hatte zu Unmut und Unverständnis geführt, auch auf Seiten der Kirche.

Durch die gesetzliche Neuregelung sind Entschädigungszahlungen für Missbrauchsopfer fortan von der Einkommensteuer befreit. Das soll – auf ausdrücklichen Wunsch der nationalen Bischofskonferenz – auch rückwirkend für bereits geleistete Zahlungen gelten.

Kirche in Spanien

Kirche in Spanien hat zwei Gesichter: Zum einen ist Spanien ein traditionell katholisches Königreich - etwa ab 380 war das Christentum im Römischen Reich endgültig Staatsreligion, also auch in der Provinz Hispanien - in dem die Osterprozessionen jedes Jahr tagelang inbrünstig und mit eindrucksvollen Kutten zelebriert werden; wo jede Stadt und Gemeinde einen eigenen Feiertag hat, der dem Stadtheiligen gewidmet ist und imposante Kathedralen zum Weltkulturerbe zählen; ein Land, in dem die katholische Vereinigung Opus Dei gegründet wurde und mit eigenen Universitäten und mächtigen Mitgliedern i

Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres (shutterstock)
Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres / ( shutterstock )
Quelle:
KNA