Militärbischof Overbeck mahnt nach Armeeskandal zu Besonnenheit

Ruhe bewahren und aufklären

Militärbischof Franz-Josef Overbeck hat angesichts der Debatte um den Fall eines terrorverdächtigen Bundeswehroberleutnants Besonnenheit angemahnt. Doch "wo es Kritikwürdiges gibt, muss es aufgeklärt werden", ergänzte er.

Bundeswehr steht in den Schlagzeilen / © Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Bundeswehr steht in den Schlagzeilen / © Karl-Josef Hildenbrand ( dpa )

Overbeck regte damit aber auch eine gründliche Aufarbeitung des Falls an. "Wichtig ist, dass die Soldatinnen und Soldaten erfahren, dass sie von Vertrauen getragen werden. Vom Vertrauen aller, die Verantwortung tragen, und vom Vertrauen aller, für die sie ihren Dienst tun", sagte der Essener Bischof in Trier.

Zahlreiche Bundeswehrangehörige bereits sensibilisiert

Viele Bundeswehrangehörige seien aber bereits aufmerksam gegenüber vorhandenen Problemen oder Missständen. "Viele Soldatinnen und Soldaten tun einen sehr professionellen, sehr verlässlichen und sehr nachhaltig wirkenden Dienst, der dem Frieden dient", betonte der Geistliche am Rande einer Wallfahrt der Militärseelsorge bei den Heilig-Rock-Tagen des Bistums Trier.

In der vergangenen Woche war ein Oberleutnant unter Terrorverdacht festgenommen worden. Dem mutmaßlich Rechtsextremen wird vorgeworfen, sich monatelang als syrischer Flüchtling ausgegeben und einen Terroranschlag geplant zu haben. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte daraufhin von einem "falschen Korpsgeist" und "Führungsschwäche" bei der Bundeswehr gesprochen. Die Äußerungen lösten eine heftige politische Debatte aus.

Militärbischof Overbeck / © KS / Doreen Bierdel
Militärbischof Overbeck / © KS / Doreen Bierdel
Quelle:
KNA