Migrationspakt der Vereinten Nationen

Vatikan hat hohe Erwartungen

Die UN hat einen gemeinsamen Migrationspakt beschlossen - mit Ausnahme der USA. Der Vatikan erhofft sich von dem Dokument mehr Zusammenarbeit zwischen den Staaten.

Bootsflüchtlinge verlassen Rettungsschiff / © Igor Petyx (KNA)
Bootsflüchtlinge verlassen Rettungsschiff / © Igor Petyx ( KNA )

Der Vatikan hat vor den Vereinten Nationen in New York erneut zur Aufnahme und zum Schutz von Migranten aufgerufen. Besondere Erwartungen setzte er in den geplanten UN-Migrationspakt, sagte Erzbischof Bernardito Auza, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den UN, zum Abschluss der Beratungen über das Abkommen. Der weltweite Migrationsvertrag werde es für Staaten, die Zivilgesellschaft und jeden Einzelnen schwieriger machen, die Probleme Betroffener zu ignorieren und der gemeinsamen Verantwortung ihnen gegenüber nicht nachzukommen.

Der Entwurf für den "Global Compact For Migration" wurde am Freitag in der UN-Vollversammlung in New York beschlossen. Die 193 Mitgliedstaaten hatten sich im September 2016 darauf geeinigt, den Migrationspakt zu schließen. Die USA sind laut UN als einziger Staat aus den Verhandlungen ausgetreten. Er hoffe, dass die USA aber "früher oder später" beitreten würden, hatte Generalsekretär António Guterres am Donnerstag gesagt. Die USA seien selbst "Migrationsland". Ungarn sieht den Vertrag kritisch und will kommende Woche in einer Regierungssitzung entscheiden, ob es beitritt, sagte eine Sprecherin der ungarischen UN-Vertretung am Freitag.

Flüchtlingsströme organisieren

Das 34 Seiten lange Dokument soll helfen, Flüchtlingsströme besser zu organisieren und Rechte der Betroffenen zu stärken. Darin ist von "geteilter Verantwortung" sowie "gegenseitigem Vertrauen, Entschlossenheit und Solidarität" die Rede. "Kein Land kann die Herausforderungen und Chancen dieses weltweiten Phänomens allein angehen", heißt es im Entwurf.

Die "chaotischen und gefährlich ausbeuterischen Aspekte" von Migration dürften nicht zur neuen Normalität werden, sagte die UN-Sonderbeauftragte für Migration, Louise Arbour. Zuvor hatte sie gelobt, dass die Gespräche über 18 Monate trotz der oft negativen und böswilligen Fehleinschätzungen über Migranten gut gelaufen seien.

Quelle:
KNA , dpa