Menschenrechtler fordern mehr Einsatz für Darfur

"Kollektives Versagen"

Es gilt als einer der vergessenen Konflikte der Welt: die Kämpfe  in der sudanesischen Krisenregion Darfur. Menschenrechtler haben der internationalen Gemeinschaft jetzt Untätigkeit und viele "verpasste Chancen" vorgeworfen. 

Frau mit Wasserkanister im Sudan / © Paul Jeffrey (KNA)
Frau mit Wasserkanister im Sudan / © Paul Jeffrey ( KNA )

Menschenrechtler haben der internationalen Gemeinschaft Untätigkeit in der sudanesischen Krisenregion Darfur vorgeworfen. Vor genau zehn Jahren hatte der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag einen Haftbefehl gegen Sudans Präsidenten Omar al-Baschir wegen Kriegsverbrechen im Darfur-Konflikt erlassen.

Danach sei es jedoch nur zu "verpassten Chancen" gekommen, die Kriegstreiber zur Rechenschaft zu ziehen, kritisierte die Internationale Föderation für Menschenrechte (FIDH) am Montag.

Kein Täter vor Gericht

"Die Situation der Kriegsopfer in Darfur spiegelt ein kollektives Versagen wider, da kein einziger Täter vor Gericht gebracht wurde", sagte FIDH-Vizedirektor Arnold Tsunga. Trotz des Haftbefehls sei al-Baschir in den vergangenen Jahren «rund um die Welt gereist». Zu einer Festnahme kam es jedoch nie.

Kopfzerbrechen bereite der FIDH vor allem, dass das Regime in Khartum allmählich aus der politischen Isolation auftauche. So verkaufe sich die sudanesische Regierung als Verbündeter etwa der EU in Sachen Migrationskontrolle.

Auch Giftgas kam zum Einsatz

Seit Ausbruch des Konflikts in Darfur im Jahr 2003 starben mehr als 300.000 Menschen. Sudans Regierung vermutet in der Region separatistische Rebellen. Regelmäßig kommt es zu Bombenangriffen durch das Militär. Laut einem Bericht von Amnesty International aus dem Jahr 2016 soll auch Giftgas zum Einsatz gekommen sein. Die meisten Opfer sind Zivilisten. Der ICC ermittelt wegen Kriegsverbrechen und Völkermord.


Quelle:
KNA