Bei Hilfsaktion wird Kinderkleidung zur Geldspende

"Meins wird Deins - Jeder kann Sankt Martin sein"

Mit einer Kleiderspende soll das Caritas-Zentrum in der Ukraine unterstützt werden. Die Kleidung soll aber nicht an Kinder vor Ort verteilt, sondern in Secondhand-Shops verkauft und zu Geld gemacht werden, erklärt Mitinitiator Johannes Müller.

Symbolbild Kleiderspende / © Mariia Korneeva (shutterstock)
Symbolbild Kleiderspende / © Mariia Korneeva ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Sie haben einen ganz tollen Slogan: "Meins wird Deins - Jeder kann Sankt Martin sein". Was genau sammeln Sie?

Johannes Müller (Vorstand der Aktion Hoffnung): Wir sammeln gut erhaltene Kinderkleidung. Kleidung, die so gut ist, dass sie noch weiter getragen und weiterverkauft werden kann. Über die Aktion "Meins wird Deins" bekommen wir so Kinderkleidung, die wir dann von der Kinderkleiderspende, in eine Geldspende verwandeln.

DOMRADIO.DE: Wie genau funktioniert das?

Müller: Wir laden Kindergärten, Schulen oder auch Familien ein, mit den Kindern zusammen den Kleiderschrank durchzuschauen und ein oder zwei gut erhaltene verkaufs- und tragfähige Kleidungsstücke auszusortieren. Diese sollen dann an unser Eine-Welt-Zentrum nach Ettringen geschickt werden. Die Kleidung wird dort sortiert und an einen unserer Secondhand-Shops verkauft. Mit dem Erlös können wir das Projekt, das Kinder-Missionswerk, finanziell unterstützen.

DOMRADIO.DE: Es geht also nicht um große Mengen, sondern um Qualität, oder?

Müller: Ja, nicht die Quantität ist entscheidend, sondern die Qualität. Und wir können mit gut erhaltener, tragfähiger Kleidung Gutes tun. Wir können eigentlich den Sankt Martin in "2.0" setzen und nicht die Kleiderspenden direkt weitergeben, sondern die Geldspende an das Projekt weiterleiten.

DOMRADIO.DE: Hilfsbedürftige zu unterstützen, ist es in diesem besonderen Jahr nochmal wichtiger?

Müller: Auf jeden Fall. Unser Projektpartner, in diesem Fall das Caritas-Zentrum in der Ukraine, benötigt finanzielle Unterstützung. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Kinder und Jugendliche, deren Eltern durch Arbeitsmigration betroffen sind. Das sind die Eltern, die von zuhause in andere Länder müssen, um Arbeit zu bekommen. In diesen Familien brauchen die Kinder besondere Unterstützung im Bereich Betreuung, Hausaufgabenhilfe, aber auch seelische und psychische Unterstützung für diese Kinder ist notwendig.

Aus anderen Projektländern hören wir ähnliches. Wir hören von großen finanziellen Einbußen in den Familien und in den sozialen Einrichtungen. All diese Projekte benötigen mehr Hilfe denn je. Sie benötigen unsere Solidarität und unsere Unterstützung. Mit diesem kleinen Symbol des Sankt Martins, der seinen Mantel geteilt hat, können wir aktiv werden, können wir Hilfe leisten und kann jedes Kind, jeder Jugendliche aktiv dazu beitragen.

Das Interview führte Verena Tröster.

Quelle:
DR