Nach Streit im Pfarrhaus: Polizei hat einen Verdächtigen

Mann in Untersuchungshaft

Nach der gewalttätigen Auseinandersetzung in einem Pfarrhaus im Erzgebirge sitzt ein Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Bei einer Weihnachtsfeier für Einsame und Bedürftige war ein Gemeindemitglied durch einen Messerstich schwer verletzt worden. 

Mann in Handschellen / © CC7 (shutterstock)

Gegen den tatverdächtigen 53-jährigen Mann sei Haftbefehl erlassen worden, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Chemnitz dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag. Zudem werde gegen mögliche weitere Tatverdächtige ermittelt.

Nach Polizeiangaben war während der Weihnachtsfeier ein 53-jähriger Syrer mehrfach "zur Ordnung gerufen" worden und habe schließlich die Veranstaltung verlassen. Wenig später sei eine Gruppe von Männern, die "augenscheinlich als Personen aus dem arabischen Raum beschrieben wurden", erschienen und es sei erneut Streit entstanden. Bei der Auseinandersetzung wurden außer dem Schwerverletzten zwei Gäste leicht verletzt. 

"Froh, dass es mit Mitarbieter besser geht"

Der Zustand des verletzten ehrenamtlichen Mitarbeiters war nach einer Notoperation stabil. Der 51-Jährige hatte den Streit nach Angaben der Kirchengemeinde schlichten wollen. 

Ein Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens zeigte sich zunächst "froh, dass es dem Mitarbeiter den Umständen entsprechend besser geht". Der Superintendent des Kirchenbezirks, Dieter Bankmann, hatte ihn am Mittwoch im Krankenhaus besucht.

Von weiteren Zwischenfällen bei den zahlreichen Veranstaltungen an Heiligabend in der Landeskirche sei nichts bekannt: "Wir verweisen auf das Gebot des Friedens gerade an diesen Tagen und rufen zur Besonnenheit auf. Den Angehörigen und Freunden der Opfer gilt unsere Fürbitte", erklärte Landeskirchensprecher Matthias Oelke.

Fahrzeuge von Polizei und Rettungsdienst stehen vor dem Pfarramt der St. Nikolai-Kirchgemeinde / © Niko Mutschmann (dpa)
Fahrzeuge von Polizei und Rettungsdienst stehen vor dem Pfarramt der St. Nikolai-Kirchgemeinde / © Niko Mutschmann ( dpa )
Quelle:
epd , dpa