Malteser behandeln mehr Menschen ohne Krankenversicherung

Kostenlose Hilfe bei Krankheit

Im vergangenen Jahr haben die Malteser mehr Menschen ohne Krankenversicherung akut behandelt. Die Zahl der Betroffenen stieg bundesweit um fast zehn Prozent. Unter ihnen waren häufig Schwangere, Kinder oder ältere Menschen aus der EU.

Die Malteser betreiben 21 Ambulanzen, in denen sie Menschen ohne Krankenversicherung versorgen. / © Harald Oppitz (KNA)
Die Malteser betreiben 21 Ambulanzen, in denen sie Menschen ohne Krankenversicherung versorgen. / © Harald Oppitz ( KNA )

Insgesamt seien rund 17.900 Menschen erstmals oder zum wiederholten Mal in einer der 21 Ambulanzen gewesen, teilweise auch anonym. Das haben die Malteser am Mittwoch in Köln mitgeteilt.

Darunter waren den Angaben zufolge mehr als 1.000 schwangere Frauen und über 1.200 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Knapp 1.000 Patienten seien älter als 60 Jahre, der Großteil (5.460) zwischen 18 und 60 Jahre alt gewesen. 53 Prozent waren den Maltesern zufolge Frauen, 47 Prozent Männer.

Die meisten Menschen kamen demnach aus EU-Ländern ohne Deutschland (1.938), gefolgt von Asien (1.713) und dem übrigen Europa (1.478). Rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten habe einen legalen Aufenthaltsstatus (47,5 Prozent) gehabt, 32,5 Prozent seien ohne Aufenthaltsstatus gewesen, zu 20 Prozent hätten keine Angaben vorgelegen.

Schutz des Lebens

"Wir wünschen uns, dass jede Frau und jeder Mann in Deutschland in unserem guten Gesundheitssystem versorgt werden kann", so die Malteser. "Leben zu schützen, ist das oberste Gebot für uns. Egal, woher ein Mensch kommt, ob er einen Aufenthaltsstatus oder eine Krankenversicherung hat – er hat das Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung."

Ende vergangenen Jahres hatte auch "Ärzte der Welt" darauf hingewiesen, dass zahlreiche Menschen in Deutschland keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung hätten. Betroffene seien etwa armutsgefährdet, hätten keinen festen Wohnsitz oder seien obdachlos.

88 Prozent der Betroffenen waren nach damaligen Angaben der Organisation nicht krankenversichert, neun Prozent hatten einen eingeschränkten Versicherungsschutz, "vor allem aufgrund von Beitragsschulden bei der Krankenkasse oder durch Einschränkungen des Asylbewerberleistungsgesetzes". Wer mit den eigenen Beiträgen zwei Monate im Rückstand sei, bekomme häufig keine bedarfsgerechte Versorgung – etwa, weil die elektronische Gesundheitskarte gesperrt werde, hieß es.

Malteser in Deutschland

Die Gemeinschaft der Malteser geht zurück auf ein vom seligen Gerhard gegründetes Hospiz in Jerusalem. Dessen Bruderschaft schlossen sich 1099 die ersten Ritter aus dem Abendland an. 1113 wurde der Orden vom Papst bestätigt. Durch die Jahrhunderte verlagerte sich der Hauptsitz über Rhodos nach Malta – daher der Name "Malteser" – und schließlich nach Rom. Ab 1310 wurde ein Hospital- und Sanitätswesen aufgebaut, das die weltweite Bekanntheit des Malteserordens begründete.

Eine Person mit einer Jacke des Malteser Hilfsdienstes, auf der das Logo mit dem Malteserkreuz angebracht ist, beim Gottesdienst zu Fronleichnam am 11. Juni 2020 in Köln. / © Harald Oppitz (KNA)
Eine Person mit einer Jacke des Malteser Hilfsdienstes, auf der das Logo mit dem Malteserkreuz angebracht ist, beim Gottesdienst zu Fronleichnam am 11. Juni 2020 in Köln. / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA