Österreichs Ordensleute gegen Abschiebung junger Asylsucher

Loswerden statt ausbilden?

Jenseits der Alpen regt sich Widerstand: Ordensgemeinschaften in Österreich kritisieren die Flüchtlingspolitik der Regierung Kurz. Insbesondere prangern sie die Abschiebung von Geflüchteten an, die sich in Ausbildung befinden.

Flüchtling in der Ausbildung / © Sven Hoppe (dpa)
Flüchtling in der Ausbildung / © Sven Hoppe ( dpa )

"Mit großer Sorge erleben wir in den letzten Tagen eine rigide Verschärfung im Umgang mit jenen jungen Menschen, die bei uns um Asyl ansuchen", erklärten die Leiter der Frauen- und Männerorden Donnerstag in Wien in Richtung der Bundesregierung aus ÖVP und FPÖ.

"Aus christlich-sozialer Verantwortung" plädiere man für eine Änderung "der migrationsfeindlichen Haltung, der Verrohung der Sprache und der herzlosen Auslegung des Gesetzes".

Abschiebung wichtiger als Ausbildung?

Weder der Integrationswille, die Ausbildung junger Menschen noch die Bedürfnisse der Wirtschaft und der Gewerbebetriebe im Land würden berücksichtigt, so die Ordensleute weiter. Abschiebung und Gesetzestreue erschienen wohl derzeit wichtiger als Ausbildung.

"Gerade weil geltendes Gesetz zur Anwendung gebracht wird, zeigt sich, dass dieses Recht zu schreiendem Unrecht wird, wenn es den Blick auf den Menschen verliert."

Die Gesellschaft müsse offen bleiben für Menschen, "die vor Krieg, Not und Verfolgung ihr Leben retten und sich erfreulicherweise hier integrieren wollen", so der Appell der Ordensleute. Es dürfe nicht sein, dass "auf Kosten der Schwächsten Politik gemacht, Angst geschürt, einer Verrohung der Sprache Vorschub geleistet wird" und so positive Beispiele für Integration ignoriert würden. (KNA)

Quelle:
KNA