Magdeburger Bischof beklagt Spaltung der Gesellschaft

Linke "inzwischen demokratisch"

Der Magdeburger Bischof Friedrich Kramer hat die CDU davor gewarnt, sich vor allem in Ostdeutschland von der Linkspartei und der AfD gleichermaßen zu distanzieren. Eine Zusammenarbeit mit den Parteien bewertet er völlig unterschiedlich.

Friedrich Kramer, Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland / © Ronny Hartmann (dpa)
Friedrich Kramer, Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland / © Ronny Hartmann ( dpa )

Die heutige Partei "Die Linke" sei zwar immer noch links, sozialistisch und lehne in Teilen die außenpolitische und militärische Bündnisbildung der Bundesrepublik ab. "Aber sie ist inzwischen demokratisch", sagte er am Dienstag beim Parlamentarischen Abend der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen in Hannover.

Dagegen habe die AfD in den letzten zehn Jahren eine kontinuierliche Radikalisierung durchgemacht, sagte der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland laut Redemanuskript. "Man darf die heutige AfD faschistisch und rassistisch nennen." Die Vorstellung, sie könne eines Tages maßgeblichen Einfluss auf die Politik im Land haben, mache Angst. "Wer also in der Gleichbewertung von AfD und Linke einen Bodo Ramelow mit Björn Höcke gleichsetzt, muss sich fragen lassen, ob er wirklich weiß, was er tut", sagte er mit Blick auf das Wahldebakel von Thüringen.

Gift von Spaltung und Zwietracht in der Gesellschaft

Kramer beklagte ein Gift von Spaltung und Zwietracht in der Gesellschaft. Dieses wirke nicht allein in Thüringen, wo sich Ramelow und der Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) vor allem in den sozialen Netzwerken einer Hasslawine ausgesetzt sähen. Die zunehmende Gewalt in der Sprache verändere die Gesellschaft und bereite den Boden für physische Gewalt, mahnte er.

Auf die Kirchen komme die große Verantwortung zu, zum Zusammenhalt der Gesellschaft beizutragen, sagte der Bischof. Dabei gehe es darum, respektvoll miteinander zu reden, aber auch eine offene Auseinandersetzung nicht zu scheuen. "Wenn die Menschenwürde, die Gottesebenbildlichkeit aller Menschen infragegestellt, beschädigt oder gar in den Schmutz getreten wird, dürfen wir nicht schweigen." Gleiches gelte, wenn das friedliche Miteinander der Religionen oder das Vertrauen in demokratische Strukturen untergraben werde.

Kramer für ein besseres Verständnis zwischen West- und Ostdeutschen. Im wiedervereinigten Deutschland müssten sich die Menschen gemeinsam darüber verständigen, wie sie die 30 Jahre Einheit erlebt hätten und vor allem, wohin sie wollten.

Quelle:
epd