In einer mehrfach von Beifall unterbrochenen Predigt vor rund 20.000 Menschen in der süditalienischen Stadt Pompeji stellte er den Aufruf zum Frieden als zentrale Botschaft des Christentums dar. Sie zeige einer Menschheit, die zum Herrschen und zu Krieg neige, die Zuneigung Gottes, die in Jesus Christus ihr menschliches Gesicht angenommen habe.
Das Rosenkranzgebet, eine in der katholischen Frömmigkeit wichtige Tradition, stelle zwei Themen in den Mittelpunkt: die Familie und den Frieden, so der Papst unter Beifall. Letzterer werde "durch internationale Spannungen und durch eine Wirtschaft aufs Spiel gesetzt, der Waffenhandel wichtiger ist als Respekt für das Leben".
"Zeiten nicht besser geworden"
Mit Nachdruck erinnerte Leo XIV. an die großen Friedensaufrufe des 2005 verstorbenen Papstes Johannes Paul II. "Seither sind die Zeiten nicht besser geworden. Die Kriege, die noch immer in so vielen Teilen der Erde geführt werden, verlangen neue Anstrengungen." Diese müssten nicht bloß wirtschaftlich und politisch sein, sondern auch geistlich und religiös.
"Frieden entsteht im Herzen", so der Papst weiter. Er erinnerte an das Weltfriedensgebet der Religionen in Assisi 1986 und an die zahlreichen Friedensaufrufe, die er selbst und sein Vorgänger Papst Franziskus (2013-2025) verkündeten. "Wir können uns nicht abfinden mit den Bildern des Todes, die uns die Nachrichtensendungen jeden Tag zeigen!", so der Papst unter Beifall der Menge. Weiter sagte er, Gott möge die Herzen erreichen, um Rachegefühle und mörderischen Hass zu befrieden. "Keine menschliche Macht" werde die Welt retten, "sondern nur die göttliche Kraft der Liebe".
Zuvor hatte Leo XIV. in der Wallfahrtskirche von Pompeji rund 400 kranke und behinderte Menschen begrüßt. Er fühle sich gesegnet, am Gedenktag der Madonna vom Rosenkranz am Jahrestag seiner Papstwahl in dieser Kirche sein zu dürfen, sagte er. Laut Polizeiangaben befanden sich rund 20.000 Besucher in dem 25.000-Einwohner-Ort.