Laut Malteser sorgt Migration für Aufschwung am Arbeitsmarkt

"Fakten statt Stimmungslage"

Die Zuwanderung von Geflüchteten besonders aus der Ukraine hat den deutschen Arbeitsmarkt nach Ansicht des Malteser Hilfsdienstes belebt. Gleichzeitig habe der Eintritt in den Arbeitsmarkt die Integration der Geflüchteten gefördert.

Flüchtlinge am Arbeitsmarkt  / © Monika Skolimowska (dpa)
Flüchtlinge am Arbeitsmarkt / © Monika Skolimowska ( dpa )

Das erklärte die katholische Hilfsorganisation am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des vierten Malteser Migrationsberichts. Unter dem Titel "Fakten statt Stimmungslage" verzeichnen die Malteser darin auch, dass insgesamt durch den Zuzug von Geflüchteten "die Kommunen an die Grenzen ihrer Aufnahme- und Integrationsmöglichkeiten stoßen".

Pankau: Neutrale wissenschaftliche Aufarbeitung ermöglichen

Man wolle mit dem Bericht durch eine politisch neutrale wissenschaftliche Aufarbeitung eine sachbezogene Diskussion ermöglichen, unterstrich Elmar Pankau, Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstands des Malteser Hilfsdienstes.

Der Bericht zeige, dass im vergangenen Jahr etwa jedes fünfte Unternehmen in Deutschland von Menschen mit Migrationshintergrund gegründet worden sei. 407.000 Menschen ausländischer Herkunft hätten in diesem Zeitraum in Deutschland Arbeit gefunden.

Anstieg von Hasskriminalität gegen Schutzsuchende

Im Bereich der Kriminalität zeige sich durch den allgemeinen Anstieg der Zuwanderung, dass nach einem Rückgang in den Jahren 2016 bis 2021 die Zahl der tatverdächtigen Schutzsuchenden im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um etwa 16 Prozent gestiegen sei. Auch die Anzahl der politisch motivierten Hasskriminalität gegen Schutzsuchende sei um etwa drei Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen.

Das Walter Eucken-Institut in Freiburg untersucht den Angaben zufolge seit 2017 die Situation von Geflüchteten und Schutzsuchenden in den Bereichen Entwicklung der Zuwanderung, ihre Arbeitsmarktintegration, die Kriminalität sowie die gesellschaftliche Teilhabe. 

Malteser in Deutschland

Die Gemeinschaft der Malteser geht zurück auf ein vom seligen Gerhard gegründetes Hospiz in Jerusalem. Dessen Bruderschaft schlossen sich 1099 die ersten Ritter aus dem Abendland an. 1113 wurde der Orden vom Papst bestätigt. Durch die Jahrhunderte verlagerte sich der Hauptsitz über Rhodos nach Malta – daher der Name "Malteser" – und schließlich nach Rom. Ab 1310 wurde ein Hospital- und Sanitätswesen aufgebaut, das die weltweite Bekanntheit des Malteserordens begründete.

Eine Person mit einer Jacke des Malteser Hilfsdienstes, auf der das Logo mit dem Malteserkreuz angebracht ist, beim Gottesdienst zu Fronleichnam am 11. Juni 2020 in Köln. / © Harald Oppitz (KNA)
Eine Person mit einer Jacke des Malteser Hilfsdienstes, auf der das Logo mit dem Malteserkreuz angebracht ist, beim Gottesdienst zu Fronleichnam am 11. Juni 2020 in Köln. / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA