Simonis leitete das Erzbistum Utrecht von 1983 bis 2007 und war in dieser Zeit mehr als 20 Jahre Vorsitzender der Niederländischen Bischofskonferenz.
Von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt
Simonis war das älteste von elf Kindern einer Zahnarzt-Familie und wuchs in Lisse im Zentrum der niederländischen Blumenzwiebel-Industrie auf. An der päpstlichen Universität schloss er 1966 ein siebenjähriges Studium der Bibelwissenschaften mit einer Dissertation über das Johannesevangelium ab.
1970 ernannte Papst Paul VI. Simonis zum Bischof von Rotterdam; 1983 übertrug Papst Johannes Paul II. ihm die Verantwortung für das Erzbistum Utrecht. Johannes Paul II. nahm ihn auch wenige Tage nach seinem Besuch in den Niederlanden im Mai 1985 in das Kardinalskollegium auf. Nach vielen Liberalisierungen in den 1970er Jahren sollte Simonis die niederländische Kirche wieder auf einen romtreuen Kurs zurückführen.
Vorsitzender der Bischofskonferenz
Als Bischof und Vorsitzender der Bischofskonferenz ergriff er Partei gegen politische Entwicklungen wie die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe, gegen Liberalisierungen beim Schwangerschaftsabbruch, gegen die Zulassung von standesamtlichen Eheschließungen für gleichgeschlechtliche Paare und gegen den Abbau von Rechten von Asylbewerbern.
Im Missbrauchsskandal geriet auch Simonis in die Kritik, unter anderem weil er einen einschlägig verurteilten Priester nach positiven psychologischen Gutachten erneut in der Seelsorge eingesetzt hatte. Nachdem der Mann rückfällig wurde, räumte Simonis ein, er sei zu vertrauensselig gewesen. Später wurde ihm Meineid und Vertuschung vorgeworfen, doch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden eingestellt.