Lammert weist Kritik an Papst-Rede im Bundestag zurück

"Gute Gründe"

Voraussichtlich gleich zu Beginn seiner Deutschland-Reise in genau neun Monaten wird Papst Benedikt XVI. als Staatsoberhaupt des Vatikan im Bundestag reden. Die Kritik einiger Parlamentarier daran hat Bundestagspräsident Norbert Lammert nun zurückgewiesen.

 (DR)

"Wir haben aus guten Gründen keine Regelungen, wer als Gast im Deutschen Bundestag reden kann und soll", sagte Lammert im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd am Samstag (22.01.2011). Benedikt XVI. kommt vom 22. bis 25. September 2011 zu seinem ersten offiziellen Staatsbesuch nach Deutschland. Dabei soll er auch im Bundestag sprechen. Kritiker hatten bemängelt, dass dies dem Prinzip einer Trennung von Staat und Kirche widerspreche. Lammert verwies darauf, dass die Einladung des Papstes bereits 2006 entstanden sei. Er habe damals angeregt, dass sich der Papst anlässlich des 50. Jahrestags der Römischen Verträge im März 2007, der in die Zeit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft fiel, in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag mit den geistigen Grundlagen Europas auseinandersetzen solle. Der Besuch sei damals jedoch aus verschiedenen Gründen nicht zustande gekommen. Der CDU-Politiker äußerte die Erwartung, dass der Papst seinen Vorschlag von damals nun aufgreifen und "etwas zu den geistigen Grundlagen einer modernen demokratischen Gesellschaft dieses Landes" sagen werde. Er würde sich zudem wünschen, dass Benedikt XVI. die Gelegenheit nutzen werde, einige Bemerkungen zur Ökumene zu machen, "denn dieses Thema ist eigentlich in keinem anderen Land der Welt historisch einschlägiger als in Deutschland".