Kubas Bischöfe müssen Vatikan-Reise wohl mangels Kerosin absagen

Fällt der Ad-Limina-Besuch aus?

Ausbleibende Öllieferungen aus Venezuela und Mexiko sowie eine Blockade durch die USA haben die Treibstofflage auf Kuba weiter verschärft. Nun haben Kubas Kirchenvertreter reagiert. Eine Reise wurde nun sogar gestrichen.

Kathedrale von Havanna / © Marisa Martinez Tarran (shutterstock)
Kathedrale von Havanna / © Marisa Martinez Tarran ( shutterstock )

Kubas Bischöfe haben den mit Spannung erwarteten Besuch bei Papst Leo XIV. Mitte Februar abgesagt. Wie das regierungskritische Portal "14ymedio" berichtet, sei die Entscheidung eine Folge der von der Regierung angekündigten Sparmaßnahmen. 

Jesusbild in Kuba (dpa)
Jesusbild in Kuba / ( dpa )

Nach Angaben Havannas verfüge das Land angesichts ausbleibender Öllieferungen aus Venezuela und Kuba nicht mehr über genügend Kerosin, um die auf der Insel landenden Flugzeuge für den Rest des Monats zu betanken.

Geplanter Ad-Limina-Besuch fällt aus

Der traditionelle Ad-Limina-Besuch, bei dem die Bischöfe eines Landes dem Papst einen Bericht über die Lage in ihrem Land vorlegen, war für den 16. Februar geplant. Der Besuch hatte im Vorfeld viel Medieninteresse ausgelöst, weil die Bischöfe einerseits die Ölblockade durch die USA kritisierten und andererseits die kommunistische Regierung zu strukturellen Veränderungen aufforderten.

Papst Leo XIV. hatte inmitten wachsender Spannungen mit den USA beide Länder zum Dialog aufgerufen und sich dabei hinter die Stellungnahme der Bischöfe gestellt. Es war erwartet worden, dass der Austausch zwischen den Bischöfen und dem Papst zu einer weiteren gemeinsamen Vorgehensweise hätte beitragen können.

Katholische Kirche auf Kuba

Auf der Karibikinsel Kuba ist die katholische Kirche weniger stark verankert als in anderen lateinamerikanischen Ländern. Rund 60 Prozent der rund 11,3 Millionen Kubaner sind katholisch getauft. Diese vergleichsweise geringe Präsenz ist nicht allein Ergebnis der seit rund 60 Jahren andauernden kommunistischen Herrschaft, sondern reicht bis in die spanische Kolonialzeit zurück. Die langjährige gesellschaftliche Ausgrenzung der Kirche auf Kuba spiegelt sich insbesondere auch im Bildungs- und Gesundheitswesen wider.

Straßenbild aus Havanna, Kuba / © Mike Laptev (shutterstock)
Straßenbild aus Havanna, Kuba / © Mike Laptev ( shutterstock )
Quelle:
KNA