Kuba lässt Gefangene nach Gesprächen mit Vatikan frei

"Enge und reibungslose Beziehungen"

Die kubanische Regierung hat die Freilassung von 51 Gefangenen angekündigt. Damit wolle Havanna eine Geste des "guten Willens" gegenüber dem Vatikan zeigen, teilten die Kommunisten mit. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Papst Leo XIV. hat am 28. Februar 2026 den Außenminister von Kuba, Bruno Rodriguez Parrilla, empfangen. / © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA (KNA)
Papst Leo XIV. hat am 28. Februar 2026 den Außenminister von Kuba, Bruno Rodriguez Parrilla, empfangen. / © Vatican Media/Romano Siciliani/KNA ( KNA )

"Im Geiste des guten Willens und der engen und reibungslosen Beziehungen zwischen dem kubanischen Staat und dem Vatikan", mit dem seit jeher ein Austausch über die Überprüfung und Freilassung von inhaftierten Personen stattfinde, habe die kubanische Regierung beschlossen, in den kommenden Tagen 51 verurteilte Personen freizulassen, hieß es aus Regierungskreisen in Havanna. Das hat die Zeitung "Miami Herald" unter Berufung auf eine Erklärung des kommunistischen Ein-Parteien-Staates berichtet. 

Alltag in Havanna, Kuba / © Nick Kaiser (dpa)
Alltag in Havanna, Kuba / © Nick Kaiser ( dpa )

Welche Gefangenen freigelassen werden, ist bislang nicht bekannt. Die Betroffenen hätten "einen erheblichen Teil ihrer Strafe verbüßt und sich im Gefängnis gut verhalten." Zuvor hatte die exil-kubanische Menschenrechtsorganisation Prisoners Defenders berichtet, die Gesamtzahl der politischen Gefangenen in Kuba habe mit 1.214 im Februar einen neuen Rekord erreicht.

Papst Leo XIV. schaltete sich persönlich ein

Zuletzt hatte es eine Reihe von hochkarätigen Treffen und Gesprächsrunden gegeben, an denen Vertreter der USA, Kubas und der Kirche teilnahmen. Papst Leo XIV. hatte Ende Februar den kubanischen Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla in Privataudienz empfangen.

Zuvor war bekannt geworden, dass der US-Gesandte auf Kuba, Mike Hammer, im Vatikan Gespräche geführt hatte. Zuvor empfing Leo XIV. auch den kubanischen Bischof Silvano Pedroso Montalvo von Guantánamo-Baracoa. Auf Kuba sprachen wiederum der Erzbischof von Havanna, Kardinal Juan de la Caridad García, und Bischof Arturo González aus der Diözese Santa Clara mit ranghohen Diplomaten aus den USA.

Der gebürtige US-Amerikaner Leo XIV. hatte angesichts der Kuba-Krise jüngst zum Dialog aufgerufen und eine Erklärung der kubanischen Bischöfe aufgegriffen. Diese hatten vor einem "sozialen Chaos" gewarnt. "Kuba braucht Veränderungen - und diese werden immer dringlicher", so die Geistlichen. Zugleich erklärten sie sich bereit, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.

Katholische Kirche auf Kuba

Auf der Karibikinsel Kuba ist die katholische Kirche weniger stark verankert als in anderen lateinamerikanischen Ländern. Rund 60 Prozent der rund 11,3 Millionen Kubaner sind katholisch getauft. Diese vergleichsweise geringe Präsenz ist nicht allein Ergebnis der seit rund 60 Jahren andauernden kommunistischen Herrschaft, sondern reicht bis in die spanische Kolonialzeit zurück. Die langjährige gesellschaftliche Ausgrenzung der Kirche auf Kuba spiegelt sich insbesondere auch im Bildungs- und Gesundheitswesen wider.

Straßenbild aus Havanna, Kuba / © Mike Laptev (shutterstock)
Straßenbild aus Havanna, Kuba / © Mike Laptev ( shutterstock )
Quelle:
KNA