Kroatiens Großmufti: Muslime sind die "ersten Opfer" des Terrors

"Ergebnis von Manipulationen der Lehren des Korans"

Der Großmufti von Kroatien warnt vor einer Verwechslung des Islam mit Terrorismus. Der "wahre Islam" sei eine Religion der Toleranz und des Friedens, sagte Aziz Hasanovic.

Koran und Bibel im Bücherregal / © Gioia Forster (dpa)
Koran und Bibel im Bücherregal / © Gioia Forster ( dpa )

Eine Gleichsetzung von Terroristen mit Muslimen könne dazu führen, dass die Gläubigen die "ersten Opfer" würden, so der islamische Rechtsgelehrte. Der Großmufti von Kroatienbeim sprach beim "37. Treffen für die Freundschaft unter den Völkern" im italienischen Rimini, wie die Tageszeitung "L'Avvenire" in der Dienstagsausgabe berichtet. "Eine Generalisierung könnte dazu führen, dass sie (die Muslime, Anm. d. Red.) verfolgt werden wie die Juden während des Holocaust", wird Hasanovic zitiert.

Kroatien als Beispiel

Den Terrorismus verurteilte der Großmufti deutlich als "Ergebnis von Ignoranz und Manipulationen der Lehren des Korans". Sein Land führte er als ein positives Beispiel an, dem entgegenzuwirken. In Kroatien vermittelten staatlich bezahlte Imame im Islamunterricht an Schulen öffentlich und auf Kroatisch den "wahren Islam von Toleranz und Frieden".

Vorträge, Diskussionen und Kulturveranstaltungen

Das "37. Treffen für die Freundschaft unter den Völkern" in Rimini dauert noch bis Donnerstag. Dabei kommen Vertreter vieler Kulturen zu Vorträgen, Diskussionen und Kulturveranstaltungen zusammen. Papst Franziskus hatte zu Beginn der Veranstaltung am Freitag angesichts von Terror und Gewalt in der Welt zu Dialog und Solidarität aufgerufen.

Quelle:
KNA