Kretschmann: Kirchensteuer ist "normale Dienstleistung"

Kirchenmitgliedschaft ist freiwillig

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat das deutsche Kirchensteuersystem verteidigt. Der Einzug der Kirchensteuer sei eine "normale Dienstleistung" des Staates, für die die Kirchen auch bezahlen müssten.

Winfried Kretschmann / © Christoph Schmidt (dpa)
Winfried Kretschmann / © Christoph Schmidt ( dpa )

Dabei handele es sich genaugenommen nicht um eine Steuer, da die Kirchenmitgliedschaft freiwillig sei, sagte Kretschmann am Donnerstag in Filderstadt bei Stuttgart.

Der Grünen-Politiker sprach sich vor 200 Jugendreferenten des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg auch erneut gegen ein Burka-Verbot aus. Zwar stehe eine Vollverschleierung gegen eine offene Gesellschaft, doch könne man eine solche Offenheit nicht erzwingen. Gesetzliche Kleidervorschriften wären eine Einschränkung der Freiheit und hülfen auch den betroffenen Frauen nicht, sondern würden sie noch weiter aus der Öffentlichkeit verdrängen.

Dank an die Jugendarbeit

Kretschmann dankte den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der evangelischen Jugendarbeit für ihren Einsatz. Sie leisteten eine wertvolle Ergänzung und ein Gegengewicht zur Erziehung in Familie und Schule. Deshalb sollten auch Schulrektoren die Zusammenarbeit mit Kirchen und Jugendwerken etwa an Ganztagsschulen unterstützen.

Quelle:
epd