Frankreich
In Frankreich ist der Zugang zu Kirchen kostenfrei, insbesondere, wenn sie als Orte des Gebets besucht werden. Das gilt auch für Touristenattraktionen wie Notre-Dame de Paris, auch wenn 2024 die damalige Kulturministerin Rachida Dati ein Eintrittsgeld von 5 Euro zur Instandhaltung ins Spiel gebracht hatte.
Damals war die Kathedrale nach dem verheerenden Brand aufwändig restauriert und wiedereröffnet worden. Das Erzbistum Paris lehnte Eintrittsgelder allerdings ab und verwies auf gesetzliche Regelungen. Zudem sei es Auftrag der Kirche, jeden Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Weltanschauung und finanziellen Mitteln anzunehmen, hieß es. Wegen des Andrangs wird jedoch die kostenlose Reservierung eines Zeitfensters empfohlen. Der Besuch der Türme ist kostenpflichtig.
Auch die Basilika Sacré-Cœur de Montmartre in Paris kann im Inneren kostenfrei besucht werden. Gebühren fallen dort für den Besuch der Kuppel und der Krypta an. Ähnlich verhält es sich auch bei den Kathedralen von Reims und Chartres: Die beiden UNESCO-Weltkulturerbe kann man kostenlos betreten, für Führungen und Turmbesteigungen fallen Eintrittsgelder an.
Österreich
In Österreich sind die großen Dome ebenfalls in der Regel frei zugänglich. Der Stephansdom in Wien kann grundsätzlich kostenlos betreten werden.
Innerhalb des Kirchenraumes gibt es jedoch Bereiche – wie etwa die Katakomben oder den Dominnenraum – die nur gegen Gebühr besichtigt werden können. Auch die Turmbesteigung ist kostenpflichtig und liegt – je nach Alter – zwischen 3 und 8 Euro. Ähnlich verfährt man im Mariä-Empfängnis-Dom in Linz.
Spanien
In Spaniens berühmtester Kathedrale, der Sagrada Familia in Barcelona, beträgt der reguläre Eintrittspreis stolze 26 Euro. Das 2010 von Papst Benedikt XVI. geweihte Gotteshaus ist Touristenmagnet der Stadt, jedes Jahr kommen rund 4 Millionen Besucher. Die Eintrittsgelder sind allerdings auch – neben Spenden von Stiftungen – die Hauptfinanzierungsquelle des Baus, der bereits seit 140 Jahren andauert.
Zur Instandhaltung nehmen auch viele andere bei Touristen beliebte Gotteshäuser in Spanien Eintritt: In der Kathedrale von Sevilla und in der Mezquita-Kathedrale von Córdoba sind es beispielsweise 13 Euro, in der Kathedrale von Palma de Mallorca 16. Diese Eintrittspreise gelten für touristische Besuche außerhalb der Gebets- und Gottesdienstzeiten.
In Madrids Almudena-Kathedrale und in der Kathedrale von Santiago de Compostela, dem Zielpunkt des Jakobsweges, zahlt man hingegen keinen Eintritt, es wird jedoch um Spenden für die Erhaltung gebeten.
Italien
In Italien sind die meisten Kirchen grundsätzlich frei zugänglich – vor allem dann, wenn sie als Orte des Gebets oder für den Besuch eines Gottesdienstes betreten werden. Anders kann es aussehen, wenn Kirchen vor allem als touristische Sehenswürdigkeiten besucht werden.
Besonders in touristisch stark frequentierten Städten wie Florenz, Pisa und Venedig oder bei kunsthistorisch bedeutenden Bauwerken werden teilweise Eintrittsgebühren erhoben. Diese bewegen sich meist im Bereich weniger Euro und dienen der Instandhaltung, Sicherheit und Organisation des Besucherbetriebs.
In Venedig gibt es ein Chorus-Pass-System mit Eintritt für mehrere Kirchen. Das Pantheon (Basilica Santa Maria ad Martyres) in Rom erhebt seit 2023 eine Eintrittsgebühr von etwa 5 Euro. Der Zugang zum Gebet erfolgt meist über einen gesonderten Eingang und erschließt nur einen kleinen Bereich des jeweiligen Gotteshauses, in dem sich keine Touristen aufhalten.
In Italien betrifft die Gebühr mitunter nicht den Kirchenraum selbst, sondern bestimmte Bereiche wie Kuppeln, Schatzkammern oder angeschlossene Museen. Das ist zum Beispiel beim Petersdom in Rom der Fall: Während die Basilika selbst kostenfrei betreten werden kann, kostet das Besteigen der Kuppel oder die Besichtigung der Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle Eintritt.
Auch Beleuchtungen einzelner Kunstwerke werden in verschiedenen Kirchen teils per Münze aktiviert. Als Faustregel gilt: Wer zum Gebet kommt, zahlt nichts – wer primär besichtigt, muss gelegentlich mit einem moderaten Eintritt rechnen.
Großbritannien
In Großbritanniens Hauptstadt London ist der Eintritt für die zwei großen Kirchen von London, die St. Paul's Cathedral und die Westminster Abbey, mit rund 30 Euro pro Person hoch. Dabei variieren die exakten Beträge je nach Nachfrage und Jahreszeit. In der St. Paul's Cathedral ist das Ticket verbunden mit dem Besuch der Krypta und der Kuppelbesteigung. In der Westminster Abbey wird ein Audioguide angeboten.
Da beides aktiv genutzte Gotteshäuser sind, besteht trotzdem die Möglichkeit zum Gebet und zum Gottesdienstbesuch ohne Eintritt. Bei Veranstaltungen und Gottesdiensten wird der touristische Besuch eingeschränkt.