Aus dem Jahr 1880 kommt das Uhrwerk, das sich auf der ersten Etage des Südturms befindet. Damals war an digitale Uhrwerke oder Atomuhren noch lange nicht zu denken. Das fast 150 Jahre alte Zählwerk wird dort zweimal im Jahr per Hand umgestellt.
Mit dem Uhrwerk sind über Spulen und Stahlseile sowohl der stündliche Glockenschlag als auch das Zifferblatt im Inneren des Doms verbunden. Ein eigens von der Dombauhütte beauftragter Uhrenrestaurator nutzt die Gelegenheit, eine regelmäßige Wartung des Uhrwerkes durchzuführen.
Danach wird das Uhrwerk nach vorn gestellt. Nicht zurück, das sei nicht möglich. Zur Sommerzeit wird das Zählwerk um eine Stunde vorgestellt, zur Winterzeit sind es dann 23 Stunden. Das müsse auch unbedingt in der Nacht passieren, da der Dom unter "strenger Beobachtung" der Kölner stehe, so Dombaumeister Füssenich. "Wenn die Domuhr nur eine Minute falsch geht, bekommen wir hier schon Anrufe."
Dabei brauche es auch einiges an Kraft, um das historische mechanische Uhrwerk zu verstellen. "Man muss den Uhrkasten öffnen und die großen Spulen, an denen Stahlseile befestigt sind, die zu den Glocken führen, von Hand umstellen." Dass dieser Vorgang nicht nur Muskelschmalz, sondern auch einiges an Zeit beanspruche, sei ein weiterer Grund, die Umstellung direkt in der Nacht vorzunehmen.