Kölner Dompropst nun zunächst stellvertretender Generalvikar

Nächster Schritt zur kommenden Aufgabe

Der Kölner Dompropst Guido Assmann ist ab sofort stellvertretender Verwaltungschef im Erzbistum Köln. Das teilte die Erzdiözese mit. Zum 1. Juli wird Assmann dann Generalvikar und persönlicher Stellvertreter des Erzbischofs.

Dompropst Guido Assmann / © Beatrice Tomasetti (DR)
Dompropst Guido Assmann / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Bereits im April hatte es bekannt gegeben, dass Assmann zum 1. Juli Generalvikar und damit persönlicher Stellvertreter des Erzbischofs, Kardinal Rainer Maria Woelki, wird.

Dr. Markus Hofmann / © Henning Schoon (KNA)
Dr. Markus Hofmann / © Henning Schoon ( KNA )

Der noch amtierende Verwaltungschef Markus Hofmann werde seinen Nachfolger in den kommenden Wochen "intensiv in das neue Amt und die damit verbundenen Aufgaben und Verantwortungsbereiche einarbeiten".

Umorganisation der Bistumsverwaltung

Der Rückzug Hofmanns als Chef von rund 800 Mitarbeitenden wurde im vergangenen Monat vom Erzbistum mit einer notwendigen Umorganisation der Bistumsverwaltung begründet. Diese soll nach Unklarheiten im Stiftungsbereich in die Bereiche Seelsorge, Finanzen und Verwaltung aufgegliedert werden.

Das Erzbistum Köln

Ende 2020 gehörten 1.868.567 Katholiken zum Erzbistum Köln. Das sind 37.335 weniger als im Jahr davor. Der Rückgang setzt sich zusammen aus 17.281 Kirchenaustritten (2019: 24.298) sowie der Differenz zwischen den Sterbefällen (27.220) und den Taufen (7.845, 2019: 13.438).

Blick auf den Kölner Dom / © Harald Oppitz (KNA)

Assmann wurde 1964 in Radevormwald geboren und empfing 1990 die Priesterweihe. Nach Kaplansjahren in Eitorf und Köln-Klettenberg war er von 1998 bis 2007 leitender Pfarrer in Dormagen-Süd. 2000 wurde er zum Dechanten in Dormagen ernannt.

2007 wechselte er als Pfarrer an das Quirinus-Münster in Neuss und wurde Kreisdechant. Zwei Jahre später übernahm er die Leitung des Pfarrverbandes Neuss-Mitte.

Leiter des Domkapitels

Als Dompropst leitet Assmann das Domkapitel. Das Gremium ist für den Erhalt der Kathedrale und die Gottesdienste dort verantwortlich.

Zudem berät es den Erzbischof. Wenn dieser zurücktritt oder stirbt, macht das Domkapitel dem Vatikan Vorschläge für seine Nachfolge und wählt am Ende des Berufungsverfahrens einen Kandidaten aus einer Dreierliste des Papstes. Der Dompropst ist auch Chef der Dombauhütte mit rund 100 Mitarbeitenden sowie von weiteren rund 80 Mitarbeitenden aus den Bereichen Musik, Domaufsicht und Verwaltung wie auch Küstern.

Generalvikar

Ein Generalvikar gilt als wichtigster Mitarbeiter des Bischofs an der Spitze einer Diözese und als dessen "alter ego". Ihm fällt vor allem die Verwaltung zu. Darin ist er mit dem Manager eines Unternehmens vergleichbar. Laut Kirchenrecht besitzt er die Gewalt, "die der Diözesanbischof von Rechts wegen hat, um alle Verwaltungsakte erlassen zu können".

Das Generalvikariat ist zentrale Verwaltungsbehörde eines Bistums. Mancherorts heißt sie Ordinariat. Sie gewährleistet das Funktionieren von Seelsorge, Sozialdiensten und Bildungseinrichtungen.

Akten in einem Archiv / © Julia Steinbrecht (KNA)
Quelle:
KNA