Kölner Dombaumeister freut sich über Auszeichnung für Lichtkonzept

"An alle geht mein persönlicher Dank!"

Das neue Lichtkonzept am Kölner Dom ist mit dem Radiance Award 2026 ausgezeichnet worden. Er gilt als höchster internationaler Preis im Bereich professioneller Lichtplanung. Dombaumeister Füssenich erzählt, warum der Dom gewonnen hat.

Autor/in:
Hilde Regeniter
Die Beleuchtung am Kölner Dom / © Alexander Foxius (DR)
Die Beleuchtung am Kölner Dom / © Alexander Foxius ( DR )

DOMRADIO.DE: Wie froh sind Sie über die Auszeichnung? 

Der Architektur- und Denkmalpflegeexperte Peter Füssenich hat sein Herz an den Kölner Dom verloren. / © Beatrice Tomasetti (DR)
Der Architektur- und Denkmalpflegeexperte Peter Füssenich hat sein Herz an den Kölner Dom verloren. / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Peter Füssenich (Kölner Dombaumeister): Wir alle sind sehr froh und stolz, dass wir den renommiertesten Preis der Lichtdesigner erhalten haben (den Radiance Award der International Association of Lighting Designers (IALD)) für die Beleuchtung des Kölner Doms. Mit "wir" sind vor allem die Lichtplaner "Licht Kunst Licht AG" aus Berlin und Bonn gemeint, die dieses Gesamtkonzept auch in Zusammenarbeit mit der Dombauhütte über Jahre erarbeitet haben. 

Dann gehören natürlich auch diejenigen dazu, die in den letzten Jahren sehr intensiv, vor allem in den letzten drei Jahren, an dieser Installation der Beleuchtung gearbeitet haben. Also die beteiligten Elektrofirmen, natürlich die Mitarbeitenden der Kölner Dombauhütte, die Kilometer von Leitungen gelegt und mitgeholfen haben, dass Lampen und Leuchten installiert wurden. Über 700 sind es ja, die den Dom jetzt nächtlich erleuchten. An alle geht mein persönlicher, herzlicher Dank. 

DOMRADIO.DE: Die Jury hat das besondere gestalterische Konzept hervorgehoben. Was ist daran so besonders? 

Peter Füssenich

"Nun ist das Verhältnis umgekehrt."

Füssenich: Die vorherige Beleuchtung war eine Halogenbeleuchtung, die den Dom von den Gebäuden außerhalb erleuchtet hat. Nun gibt es eine Beleuchtung, die aus dem Dom selber kommt. Wenn wir das Verhältnis einmal anschauen, waren es vorher 80 Prozent der Leuchten, die den Dom von außen erleuchtet haben. 

Nun ist das Verhältnis umgekehrt. Es sind 80 Prozent Leuchten, die am Dom installiert wurden. Das bedeutet, wir haben eine sehr markante Betonung der Architektur des Domes und heben mit dem Licht und mit den Leuchten die Besonderheiten der gotischen Architektur hervor. 

DOMRADIO.DE: Das Ganze sieht jetzt aber nicht nur sehr schön aus, sondern ist auch noch ganz schön nachhaltig. Wieso ist das so? 

Füssenich: Auch das ist eine große Innovation, die natürlich auch die moderne LED-Technik möglich macht. Wir sparen mittlerweile zwischen 70 und 80 Prozent der Energiekosten im Vergleich zur vorherigen Beleuchtung. 

Das ist eine umweltfreundliche und nachhaltige Investition und macht uns natürlich auch froh. Es gab am Anfang ja auch ein bisschen Kritik des BUND, was Lichtverschmutzung angeht. 

Aber mit den mittlerweile Freunden und Kollegen des BUND haben wir uns natürlich auch hier umgeschaut und alles erklärt. Ich glaube, die sind jetzt auch ganz begeistert. Das hat zu einer schönen Zusammenarbeit geführt.

DOMRADIO.DE: Was bedeutet so ein Preis jetzt, in einem Moment, in dem jetzt alle Welt über die künftigen Besichtigungspreise für den Dom diskutiert? 

Peter Füssenich

"Auch ohne Eintrittsgelder freut das die Menschen."

Füssenich: Ich denke, das ist erst einmal unabhängig voneinander. Ich glaube, wir dürfen uns alle freuen, dass der Dom eine solche Auszeichnung erhalten hat – die Menschen, die dieses Lichtdesign möglich gemacht haben, und alle Kölnerinnen und Kölner, die den Dom auch von Weitem sehen. 

Auch ohne Kosten und Besichtigungsgebühren strahlt der Dom weithin in die Stadt. Und das freut die Menschen, glaube ich.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

Kölner Dom

Blick auf den Kölner Dom / © BalkansCat (shutterstock)
Blick auf den Kölner Dom / © BalkansCat ( shutterstock )

Der Kölner Dom ist eine der bedeutendsten Kirchen der Welt und die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Deutschland. Das Gotteshaus beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige, die Erzbischof Rainald von Dassel 1164 aus Mailand nach Köln brachte.

Der Grundstein für den gotischen Neubau an der Stelle mehrerer Vorgängerkirchen wurde 1248 gelegt; 1322 wurde der Chor geweiht. Mittelschiff, Querhäuser und Seitenschiffe der Kölner Bischofskirche folgten bis 1560. Dann stoppten die Querelen um die Reformation und Geldmangel den Baubetrieb.

Quelle:
DR

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