Kölner Dom gewinnt höchsten Preis für Lichtdesign

Neue LED-Beleuchtung ausgezeichnet

Die neue Beleuchtung des Kölner Doms ist mit dem IALD Radiance Award 2026 ausgezeichnet worden. Gelobt werden Konzept und Technik, zugleich gibt es Kritik von Umweltschützern wegen möglicher Lichtverschmutzung.

Beleuchteter Kölner Dom / © Grisha Bruev (shutterstock)
Beleuchteter Kölner Dom / © Grisha Bruev ( shutterstock )

Die neue Außenbeleuchtung des Kölner Doms ist mit dem IALD Radiance Award 2026 ausgezeichnet worden, wie die Rheinenergie am Montag mitteilte. Der international renommierte Preis würdigt herausragende Leistungen im architektonischen Lichtdesign.

Das Lichtplanungsbüro "Licht Kunst Licht" nahm die Auszeichnung bei einem Festakt am Wochenende entgegen. Die Jury hob insbesondere die gestalterische Qualität des Konzepts sowie die Verbindung von architektonischem Verständnis, technischer Präzision und Nachhaltigkeit hervor.

Der Dom hat eine neue Beleuchtung erhalten.  / © Alexander Foxius (DR)
Der Dom hat eine neue Beleuchtung erhalten. / © Alexander Foxius ( DR )

Grundlage der Planung ist das Prinzip "Licht folgt Architektur". Statt einer flächigen Ausleuchtung setzt das Konzept auf gezieltes Streif- und Akzentlicht, das die differenzierte Struktur der gotischen Fassade betont.

Die bisherige, in die Jahre gekommene Beleuchtungsanlage wurde im vergangenen Jahr vollständig ersetzt. Seither wird der Dom von rund 700 präzise ausgerichteten LED-Leuchten angestrahlt, die über etwa zwölf Kilometer Kabel verbunden sind.

Trotz Energieeinsparungen gibt es auch Kritik

Die damalige Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, lobte 2025 das neue Konzept bei der Installation: "Die neue Beleuchtung macht den Dom vom Diamanten zum Brillanten." Der Dom sei als Wahrzeichen bereits ein "Diamant", durch den "Feinschliff" der Beleuchtung komme er nun noch stärker zur Geltung.

Trotz erheblicher Energieeinsparungen gibt es auch Kritik. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hatte bereits im Vorfeld gewarnt, dass die Lichtverschmutzung zunehmen und das Naturbiotop am Dom sowie dort lebende Insekten beeinträchtigt werden könnten. Die Verantwortlichen weisen dies zurück und betonen, die neue Technik ermögliche eine deutlich gezieltere Ausleuchtung.

Stationen der Kölner Domgeschichte

1248 Grundsteinlegung für den gotischen Neubau unter Erzbischof Konrad von Hochstaden.

1322 Chorweihe; allmählich entstehen die unteren Teile von Mittelschiff, Querhäusern und Seitenschiffen sowie der Südturm bis zu einer Höhe von 59 Metern.

1560 Einstellung des Baubetriebs.

1794 Nach dem französischen Einmarsch dient der Torso des Doms als Futtermagazin und Gefangenenlager.

1815 Nach den napoleonischen Befreiungskriegen wird der Kölner Dom für die Romantiker zu einem Symbol der deutschen Nationalbewegung.

Blick auf den Kölner Dom / © Wondervisuals (shutterstock)
Blick auf den Kölner Dom / © Wondervisuals ( shutterstock )
Quelle:
DR

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