Kirchenpräsidentin ermutigt nach Landtagswahl zum Dialog

"Werte der extremen Kräfte besorgniserregend"

Die CDU ist bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stärkste Kraft geworden. Was die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Christiane Tietz, umtreibt, ist das starke Abschneiden der politischen Ränder.

Auszählung der Landtagswahl / © Uwe Anspach (dpa)
Auszählung der Landtagswahl / © Uwe Anspach ( dpa )

Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat eine Spitzenvertreterin der evangelischen Kirche die vielen Stimmen für "extreme Kräfte" als "besorgniserregend" bezeichnet. 

"Ich kann die Sorgen der Menschen verstehen – im Alltag und mit Blick auf eine Welt in Unordnung. Das schafft Unsicherheit. Dagegen hilft nur, zusammenzustehen und sich gegenseitig zu stärken", sagte die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Christiane Tietz, am Sonntagabend.

Die Kirchenpräsidentin der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Christiane Tietz / © Thomas Lohnes (epd)
Die Kirchenpräsidentin der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Christiane Tietz / © Thomas Lohnes ( epd )

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ist eine von 20 Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ihr Gebiet deckt einen Teil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz inklusive Mainz ab.

"Keine einfachen Antworten"

"Engagieren Sie sich in den Kirchen, in den Vereinen, in den demokratischen Parteien, und lassen Sie uns reden und nach gemeinsamen Lösungen suchen", bat Tietz die Menschen in Rheinland-Pfalz. "Klar ist aber auch: Auf die komplexen Probleme unserer Zeit gibt es keine einfachen Antworten, und wer sie verspricht, liefert nur Parolen – aber keine Lösungen."

Die erste Hochrechnung von Infratest dimap sah laut Südwestrundfunk am Sonntagabend die CDU auf 30,6 Prozent, die SPD auf 26,9 Prozent, die AfD auf 20 Prozent, die Grünen auf 7,7 Prozent, Die Linke auf 4,4 Prozent, Freie Wähler auf 3,9 Prozent und die FDP auf 2,1 Prozent. Die AfD steigerte demnach ihr Ergebnis um mehr als acht Prozentpunkte, die Linke verdoppelte ihr Ergebnis.

Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wurde 1947 in Friedberg gegründet. Bei dieser historischen Zusammenkunft waren Delegierte der drei Landeskirchen aus Nassau, Hessen und Frankfurt zu einem sogenannten "Kirchentag2 versammelt, der als Vorgänger der späteren Kirchensynode fungierte. Einstimmig bestätigten sie am 30. September 1947 die umstrittene Vereinigung der drei Landeskirchen, die bereits 1933 unter dem Druck der Nationalsozialisten erfolgt war.

St. Leonhard in Frankfurt am Main vor den Hochhäusern der Stadt / © geogif (shutterstock)
St. Leonhard in Frankfurt am Main vor den Hochhäusern der Stadt / © geogif ( shutterstock )
Quelle:
KNA