Kirchen bestätigen offiziellen Renovierungsbeginn in der Geburtskirche

Ruß in der Grotte

Nun ist der Beginn der Renovierungsarbeiten in der Grotte der Geburtskirche in Bethlehem auch offiziell von den zuständigen Kirchen bekannt gegeben worden. Diese Bestätigung wurde seit der Ankündigung durch Abbas im Dezember erwartet.

Innenansicht der Geburtskirche ohne Touristen / © Andrea Krogmann (KNA)
Innenansicht der Geburtskirche ohne Touristen / © Andrea Krogmann ( KNA )

Die Arbeiten, so heißt es in einer Erklärung des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Jerusalem und der Kustodie der Franziskaner des Heiligen Landes, würden "unter der Schirmherrschaft der Präsidentschaft des Staates Palästina" gemäß einem Präsidialdekret von 2024 und im Rahmen des Status quo der Heiligen Stätten durchgeführt.

Detailaufnahme der Geburtsstelle Jesu Christi in der menschenleeren Geburtsgrotte unter der Geburtskirche in Bethlehem / © Andrea Krogmann (KNA)
Detailaufnahme der Geburtsstelle Jesu Christi in der menschenleeren Geburtsgrotte unter der Geburtskirche in Bethlehem / © Andrea Krogmann ( KNA )

Die offizielle Bestätigung wurde erwartet, seit Mahmoud Abbas sie vor Weihnachten in einer Rede in Rom angekündigt hatte. Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde ist direkt betroffen, da die Geburtsbasilika seit 2012 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, der ersten Eintragung Palästinas nach seiner Aufnahme in die UN-Kulturorganisation im Jahr 2011. 

Restaurierung notwendig

Vor Ort hat die Baustelle bereits eine deutlich sichtbare Auswirkung: Vorhänge, Stoffe und Dekorationselemente werden von jeder der Gemeinschaften gemäß ihren Rechten und Bräuchen abgenommen.

Geburtskirche in Bethlehem / © Renardo Schlegelmilch (DR)
Geburtskirche in Bethlehem / © Renardo Schlegelmilch ( DR )

Die Restaurierung wurde notwendig, weil die Grotte stark bedeckt ist mit Ruß von Öllampen, die dort seit Jahrhunderten brennen. Zudem haben kleinere Brände Vorhänge und Holzvertäfelungen geschwärzt. Auch ist der gut 12 mal 3,5 Meter messende Raum, der von Millionen von Pilgern durchquert wird, arg abgenutzt. Die Stabilität des Gesteins und des Mauerwerks müssen überprüft werden.

Der wohl aus dem 6. Jahrhundert stammende Marmorboden weist trotz seiner Dicke Abnutzungserscheinungen auf, bis hin zu Löchern an der Stelle, an der die Schuhspitzen der Pilger auf den Knien vor dem 14-zackigen Stern ruhen. Auch die beiden Zugangstreppen - Eingang und Ausgang - müssen aus konservatorischen und sicherheitstechnischen Gründen erneuert werden. 

Quelle:
KNA