Kirche muss laut Papst Leo XIV. klare Worte sprechen

Das Böse anprangern

Schon mehrfach attackierte die US-Führung den Papst. Denn Leo XIV. verurteilt Krieg und ruft zu Frieden auf. Nun erinnerte er an einen grundlegenden Auftrag der Kirche. Sie müsse Stellung beziehen für die Schwachen.

Papst Leo XIV. steht bei einer Familie mit Kindern und schaut sich eine Kinderzeichnung an bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. steht bei einer Familie mit Kindern und schaut sich eine Kinderzeichnung an bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Die Kirche muss nach Worten von Papst Leo XIV. Stellung beziehen zugunsten von Armen, Ausgebeuteten, Opfern von Gewalt und Krieg sowie Leidenden. Auftrag der Kirche sei es, klare Worte zu sprechen gegen alles, was das Leben beeinträchtige und seine Entfaltung verhindere, sagte er bei der wöchentlichen Generalaudienz am Mittwoch in Rom. Leo XIV. bezog sich dabei auf die katholische Lehre seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965). 

Blick in die Konzilsaula während des Zweiten Vatikanischen Konzils / © Ernst Herb (KNA)
Blick in die Konzilsaula während des Zweiten Vatikanischen Konzils / © Ernst Herb ( KNA )

Die Kirche müsse das Böse in all seinen Formen anprangern, so der Papst weiter. Zugleich müsse sie menschliche Schwäche und die Vergänglichkeit ihrer eigenen Institutionen anerkennen. Diese dürften nicht verabsolutiert werden. Da kirchliche Institutionen in der Geschichte lebten, seien sie "zu ständiger Umkehr, zur Erneuerung der Formen und zur Reform der Strukturen, zur ständigen Erneuerung der Beziehungen aufgerufen, damit sie ihrer Sendung wirklich gerecht werden können", sage Leo XIV.

In den vergangenen Wochen hatte der Papst wegen seiner Kritik am Iran-Krieg mehrfach Anwürfe von Vertretern der US-Regierung auf sich gezogen. Am Dienstag behauptete Präsident Donald Trump fälschlicherweise, Leo XIV. billige Atomwaffen im Iran. Der Papst reagierte am Dienstagabend mit den Worten: "Wenn mich jemand dafür kritisieren will, dass ich das Evangelium verkünde, soll er das mit der Wahrheit tun." Die Kirche spreche sich seit langem unmissverständlich gegen Atomwaffen aus.

Generalaudienz des Papstes

Jeden Mittwoch findet – zumeist vormittags um 10:00 Uhr – eine sogenannte Generalaudienz (Mittwochaudienz) des Papstes auf dem Petersplatz vor dem Petersdom statt. In den Wintermonaten und bei schlechtem Wetter findet sie in der Vatikanischen Audienzhalle statt. Während der Corona-Pandemie wurde sie aus der Bibliothek gestreamt.

Papst Leo XIV. winkt, als er zu seiner ersten wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan eintrifft / © Gregorio Borgia (dpa)
Papst Leo XIV. winkt, als er zu seiner ersten wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan eintrifft / © Gregorio Borgia ( dpa )
Quelle:
KNA