Kirche lädt zu Gebet für Betroffene sexueller Gewalt ein

"Wir müssen hinsehen"

Die katholische Kirche lädt erneut weltweit zum Gebetstag für Betroffene ein. Der Papst hatte diesen Gebetstag 2016 angeregt. Für Deutschland haben die Bischöfe festgelegt, dass dieser Tag um den 18. November durchgeführt werden soll.

Zum Gebet gefaltete Hände / © Harald Oppitz (KNA)
Zum Gebet gefaltete Hände / © Harald Oppitz ( KNA )

Dies ist ebenfalls der "Europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch".

Der Vorsitzende der bischöflichen Fachgruppe für Fragen sexuellen Missbrauchs, der Aachener Bischof Helmut Dieser, erklärte am Montag in Bonn, sexueller Missbrauch habe viele Betroffene sprachlos gemacht.

Helmut Dieser, Bischof von Aachen / © Harald Oppitz (KNA)
Helmut Dieser, Bischof von Aachen / © Harald Oppitz ( KNA )

"Ihnen möchten wir auch mit unserem Gebet eine Stimme geben". Zugleich sicherte er zu, dass die katholische Kirche mit all ihren Kräften und Möglichkeiten gefordert sei, auch weiterhin gegen sexuellen Missbrauch anzugehen: "Wir müssen hinsehen, Betroffenen zuhören, sie unterstützen und Schutz vor Missbrauch bieten. Daran wollen wir uns als Kirche messen lassen".

Kein Ersatz für notwendige Aufarbeitung 

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger, stellvertretender Vorsitzender der bischöflichen Fachgruppe, erklärte, der Gebetstag sei eine Gelegenheit zur Sensibilisierung mit Blick auf Missbrauch und Gewalt.

Das Gebet sei jedoch nicht Ersatz für die notwendige Aufarbeitung, die weiter in den Reihen der Kirche geschehen müsse. Er bewundere die Betroffenen sexuellen Missbrauchs, die oft große Stärke zeigten, wenn sie von dem erlittenen Leid sprächen und so anderen Mut machten.

Erzbistum Köln lädt zu Gebet für Betroffene sexueller Gewalt ein

In diesem Jahr hat die Bistumsleitung des Erzbistums Köln nach Beratung mit dem Betroffenenbeirat folgendes entschieden: Der europäische Gedenktag fällt dieses Jahr auf einen Samstag, sodass entweder in einer eigenen Wortgottesfeier oder in der Vorabendmesse der Betroffenen sexualisierter Gewalt gedacht werden könnte. 

Der Erzbischof und Generalvikar bittet darum zu prüfen, ob in den am 18. November angesetzten Gottesdiensten, Elemente aufgenommen werden können, um Betroffenen sexualisierter Gewalt zu gedenken.

Mann mit zum Gebet gefalteten Händen auf einer Bibel / © PKStockphoto (shutterstock)
Mann mit zum Gebet gefalteten Händen auf einer Bibel / © PKStockphoto ( shutterstock )
Quelle:
KNA