Kirche in Haiti beklagt wachsende Zahl an Entführungen

"Neue Plage"

Die katholische Kirche in Haiti beklagt wachsende Kriminalität und eine steigende Zahl an Entführungen in dem Karibikstaat. Eine Welle von Unruhen und Entführungen bringt das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen.

Kriminalität in Haiti / © Odelyn Joseph/AP (dpa)
Kriminalität in Haiti / © Odelyn Joseph/AP ( dpa )

Der Erzbischof von Cap-Haitien, Launay Saturne, sagte laut einer am Montag in München verbreiteten Mitteilung des internationalen Hilfswerks "Kirche in Not", die Menschen lebten in ständiger Angst.

Menschen protestieren für die Freilassung der entführten Missionare in Haiti / © Joseph Odelyn (dpa)
Menschen protestieren für die Freilassung der entführten Missionare in Haiti / © Joseph Odelyn ( dpa )

Priester entführt

Erst Ende April wurde laut "Kirche in Not" ein Priester des Bistums Anse-a-Veau et Miragoane mit weiteren Personen entführt. Im Gegensatz zu den anderen Geiseln sei er jedoch am nächsten Tag wieder freigekommen.

Die "neue Plage" an Entführungen zerstörten die Gesundheit, die Wirtschaft und sozialen Strukturen Haitis, sagte ein nicht namentlich genannter Vertreter des Bistums dem Hilfswerk.

Hintergrund: Haiti

Das karibische Haiti mit seinen rund 10,8 Millionen Einwohnern und seinen zuletzt vermehrt auftretenden Naturkatastrophen ist das ärmste Land Amerikas. Im 18. Jahrhundert war noch das Gegenteil der Fall: Der Gesamtwert der Ein- und Ausfuhren der damaligen französischen Kolonie umfasste damals ein Viertel des gesamten Handelsvolumens des Mutterlandes Frankreich. Um die expandierenden Zuckerrohr- und Baumwollfelder zu bewirtschaften, wurden pro Jahr bis zu 30.000 Sklaven aus Afrika nach Haiti gebracht.

Haiti auf einer Landkarte / © hyotographics (shutterstock)
Haiti auf einer Landkarte / © hyotographics ( shutterstock )
Quelle:
KNA