Kiewer Großerzbischof sorgt sich um Menschen in der Ukraine

Erst der Anfang einer humanitärer Katastrophe

Der Kiewer Großerzbischof Schewtschuk sieht die Ukraine "erst am Anfang einer schweren humanitären Krise, die bald in eine humanitäre Katastrophe ausarten könnte". Das Wirtschaftspotenzial sei zur Hälfte zerstört.

Russischer Angriffskrieg in der Ukraine: Manche stehen vor dem Nichts / © Natacha Pisarenko (dpa)
Russischer Angriffskrieg in der Ukraine: Manche stehen vor dem Nichts / © Natacha Pisarenko ( dpa )

Seit Kriegsbeginn habe die Ukraine "die Hälfte ihres Wirtschaftspotenzials verloren", sagte das per Videokonferenz zugeschaltete Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine bei der Sitzung der Vereinigung der Ostkirchenhilfswerke (ROACO) in Rom, wie das Portal "Vatican News" berichtet.

Großerzbischof von Kiew-Halytsch der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche / © Robert Kiderle (KNA)
Großerzbischof von Kiew-Halytsch der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche / © Robert Kiderle ( KNA )

Lage schockierend

Internationale Hilfsorganisationen zeigten sich "vom Ausmaß und der Schwere der humanitären Lage" in der Ukraine schockiert und teils "entmutigt", erklärte der griechisch-katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk. Laut Schewtschuk harren in den Kampfgebieten Menschen ohne Licht, Wasser, Heizung, Nahrung und medizinische Versorgung in ihren Häusern aus und sind Raketen- und Bombenangriffen ausgesetzt.

Die dreitägige Vollversammlung der Ostkirchenhilfswerke (ROACO) geht am Donnerstag unter anderem mit einem Treffen der Delegierten mit Papst Franziskus zu Ende. Die Lage in der Ukraine war neben der im Heiligen Land ein Schwerpunkt der Beratungen.

Ostkirchen-Hilfswerke ROACO zur Audienz im Vatikan

Papst Franziskus empfing Delegierte des Verbundes der Ostkirchen-Hilfswerke ROACO am 23. Juni im Vatikan.

Es ging in der Rede des Papstes an die Fachleute für Osteuropa und Heiliges Land nicht nur um den Krieg in der Ukraine. Auch die Lage im Irak und in Syrien, für die ein Koordinierungsbüro eingerichtet werden soll, sprach er an. Franziskus bezog außerdem den Libanon ein, wohin er gerne in diesen Wochen hingereist wäre. 

Außenansicht der Kirche Sankt Georg in Izra (Syrien) / © Karin Leukefeld (KNA)
Quelle:
KNA