Mindestaltersgrenzen für die Nutzung von Instagram, TikTok oder Snapchat sieht der katholische Jugendverband KjG skeptisch. "Grundsätzlich widerspricht ein Social-Media-Verbot unserer Vorstellung davon, dass auch Kinder und Jugendliche an der Gesellschaft teilhaben können", sagte KjG-Bundesleiterin Louise Charters in einem am Donnerstag auf der Plattform katholisch.de veröffentlichten Interview.
Das Alter solle nicht im Vordergrund stehen, so Charters. Schließlich seien nicht nur Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von digitaler Gewalt und süchtigmachenden Algorithmen betroffen, sondern auch Erwachsene. "Deswegen macht auch das australische Modell, wo die Altersgrenze bei 16 Jahren liegt, für uns keinen Sinn", so die Verbandsvertreterin.
Gefragt ist mehr Medienkompetenz
"Es ist nicht so, dass Jugendliche ab einem bestimmten Alter besser in der Lage sind, sich Hass und Gewalt im Netz auszusetzen", fügte Charters hinzu. Stattdessen sei es sinnvoller, Räume sicherer zu gestalten und den Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz beizubringen. "Also zum Beispiel zu erlernen, wie gehe ich mit Hass und Gewalt im Netz um, was ist wahr und was ist falsch, und so weiter."