Katholischer CDU-Arbeitskreis verteidigt Zölibatslinie

"Rührender" Vorstoß

Der Arbeitskreis Engagierter Katholiken (AEK) in der CDU kritisiert die Forderung einiger katholischer CDU-Politiker, verheiratete bewährte Männer zum Priesteramt zuzulassen. Der "Vorstoß einiger älterer CDU-Politiker zur Abschaffung des Zölibats katholischer Priester hat etwas Rührendes und Tragisches zugleich", meint der Sprecher des Kreises Martin Lohmann.

 (DR)

Es sei bemerkenswert, dass die Unterzeichner "offenbar ein Problem mit dieser sie selbst nicht betreffenden Form priesterlicher Dienstbereitschaft haben". Und es sei "seltsam, dass CDU-Politiker offenbar der Ansicht sind, sich in diese theologische innerkirchliche Spezialfrage einmischen zu müssen".

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz will sich in nächster Zeit offenbar nicht mit der Bitte namhafter CDU-Politiker befassen, das Eheverbot für Priester zu lockern. Dieses Anliegen sei für die Gespräche unmittelbar zur Vorbereitung des Besuchs des Heiligen Vaters in Deutschland "nicht als Thema vorgesehen". Das erklärte die Bischofskonferenz am Samstag (22.01.2011) in Bonn. Papst Benedikt XVI. will im September Deutschland besuchen.

Ein Freundeskreis katholischer CDU-Politiker hatte am Tag zuvor mit Blick auf den Priestermangel die Bischöfe aufgefordert, sich beim Vatikan dafür einzusetzen, dass das Priesteramt für Verheiratete geöffnet wird. Zu den Unterzeichnern des entsprechenden Briefes zählen Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundesbildungsministerin Annette Schavan sowie die ehemaligen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, Erwin Teufel und Bernhard Vogel.

Die Anregung der Unionspolitiker "ist von weltkirchlicher Tragweite und verlangt eine entsprechende Meinungsbildung und Entscheidung auf gesamtkirchlicher Ebene", erklärte die Bischofskonferenz. Die Ehelosigkeit sei ein hohes Gut und wiederholt von der Bischofssynode in Rom beraten worden. "In den kommenden Jahren werden die Rückerinnerung an die Beratungen des Konzils vor 50 Jahren und der Gemeinsamen Synode der Bistümer vor 40 Jahren Gelegenheit geben, das Anliegen des Briefes und andere Anregungen zur Weckung von mehr Priesterberufen neu zu bedenken."