Katholische Megaprozession in Manila setzt historischen Rekord

31 Stunden für den "Schwarzen Nazarener"

Knapp sechs Kilometer haben Millionen gläubige Teilnehmer hinter sich: Die traditionelle Prozession des "Schwarzen Nazareners" auf den Philippinen ist ein Riesenevent. Mit fast 31 Stunden dauerte sie diesmal länger als je zuvor.

Prozession des "Schwarzen Nazareners" in Manila / © Tony Magdaraog (shutterstock)
Prozession des "Schwarzen Nazareners" in Manila / © Tony Magdaraog ( shutterstock )

In der philippinischen Hauptstadt Manila ist am Samstag die katholische Megaprozession mit der Statue "Jesus Nazareno" an ihrem Ziel eingetroffen. Die 5,8 Kilometer lange Strecke mit Millionen Teilnehmern vom Rizal Park zum Nationalheiligtum des Jesus Nazareno dauerte bis zum Eintreffen am Samstag um 10.50 Uhr Ortszeit insgesamt 30 Stunden und 50 Minuten. Damit sei die sogenannte Traslacion 2026 die längste Prozession in der Geschichte des jährlichen religiösen Großevents gewesen, berichtete das staatliche Nachrichtenportal PNA.

Die Prozession dauert stets viele Stunden, weil die Gläubigen langsam gehen, für Gebete und Andachten immer wieder innehalten und viele Menschen versuchen, die als wundertätig geltende Statue zu berühren. 2025 endete der Marsch nach 15 Stunden.

7,3 Millionen Teilnehmer

Drei Menschen starben nach Angaben der kirchlichen Organisatoren während der Prozession. Pater Robert Arellano, Sprecher der Kirche am Nationalheiligtum, forderte die Gläubigen laut PNA zu Gebeten für das Seelenheil der Verstorbenen auf. Der Chef der philippinischen Nationalpolizei, Jose Melencio Nartatez Jr., lobte gegenüber PNA die 18.000 Einsatzkräfte vor Ort für die Sicherung der Prozession. Nach Angabe der Presseabteilung der Stadt Manila waren rund 7,3 Millionen Menschen als Teilnehmer oder Zuschauer bei der Prozession dabei.

Seit ihrem Start um 4.00 Uhr Ortszeit am Morgen des 9. Januar bewegte sich laut Medienberichten der "Andas", der Wagen mit der Statue Jesu Christi, langsam über die 5,8 Kilometer lange Prozessionsroute. Inmitten der dichten Menschenmenge hätten Gläubige immer wieder versucht, sich an den Wagen mit der als wundertätig geltenden Jesusstatue zu klammern.

Spanier brachten die Statue 1606

Die volkstümlich als "Schwarzer Nazarener" bekannte Statue hat ihren Namen von dem verkohlten Holz der Figur von Jesus Christus, was vermutlich von einem Brand herrührt. 1606 brachten spanische Missionare die Statue auf die Philippinen. Sie gilt als wichtigstes Heiligtum der philippinischen Katholiken.

Quelle:
KNA