Katholische Bischöfe gegen Widerspruchslösung bei Organspende

Grundannahme entspricht nicht dem Menschenbild

Die Deutsche Bischofskonferenz begrüßt Initiativen zur Stärkung der Organspende in Deutschland, lehnt aber die unter anderem von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geforderte Widerspruchslösung ab.

Organspendeausweis / © Annette Zoepf (epd)
Organspendeausweis / © Annette Zoepf ( epd )

Die Einführung eines Organspenderegisters und das Ziel, dass sich die Menschen stärker als bisher mit der Frage der Organspende befassten, seien begrüßenswert, erklärte Pressesprecher Matthias Kopp am Mittwoch in Bonn. Die Kirche sehe in der Organspende einen wichtigen Ausdruck der Nächstenliebe über den Tod hinaus.

Verbesserungen der Strukturen von Transplantationsmedizin

Ausdrücklich begrüßte die Bischofskonferenz auch das Ziel, die Abläufe und Strukturen in der Transplantationsmedizin zu verbessern. Dazu war am 1. April ein eigenes Gesetz in Kraft getreten. "Wir denken, dass die Politik damit genau an den richtigen Stellen ansetzt und würden uns wünschen, dass man die Neujustierungen nun erst einmal in der Praxis wirken lässt, bevor man neue Grundsatzdebatten eröffnet", erklärte Kopp.

Die Einführung einer Widerspruchslösung lehnen die Bischöfe weiterhin ab. "Die Grundannahme, dass grundsätzlich jeder Mensch als Organ- und Gewebespender gilt, sofern er nicht ausdrücklich widersprochen hat, entspricht nicht unserem Bild des freien und selbstbestimmten Menschen», so der Sprecher. Die Organspende sei immer zugleich eine Entscheidung über das persönliche Sterben; deshalb sei eine ausdrückliche und informierte Zustimmung notwendig. «Das ist ein kategorialer Unterschied - moralisch wie juristisch."

Quelle:
KNA