Katholiken weltweit laut Studie uneinig über Sex und Zölibat

Starke Unterschiede je nach Region

Katholiken weltweit finden es laut einer Studie überwiegend richtig, dass Laien in der Kirche mehr Einfluss erhalten sollen, sind aber bei den Themen Zölibat und Sexuallehre gespaltener Auffassung, so die Deutsche Bischofskonferenz.

Die Bibel wird weltweit gelesen - aber in allem einig sind sich die Katholiken weltweit dennoch nicht. / © Julia Steinbrecht (KNA)
Die Bibel wird weltweit gelesen - aber in allem einig sind sich die Katholiken weltweit dennoch nicht. / © Julia Steinbrecht ( KNA )

In der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage würden die Hauptthemen des Synodalen Wegs in Deutschland diskutiert. Das Institut für Weltkirche und Mission habe die quantitative Befragung zusammen mit dem Katholischen Akademischen Ausländer-Dienst durchgeführt, die DBK habe sie mitfinanziert.

Teilnehmer auf der vierten Synodalversammlung in Frankfurt / © Julia Steinbrecht (KNA)
Teilnehmer auf der vierten Synodalversammlung in Frankfurt / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Nahezu drei Viertel (74,8 Prozent) der Befragten befürworteten demnach eine Machtverteilung mit mehr Beteiligung von Laien in der katholischen Kirche. Die Ehelosigkeit von Priestern fanden zwar nur ein knappes Drittel (32,9 Prozent) richtig, doch mehr Befragte (41,3 Prozent) fanden, dass der Pflichtzölibat die Glaubwürdigkeit der Kirche stütze. Fast ebenso viele (41,9 Prozent) fanden das allerdings nicht.

Klare Mehrheit für Frauenweihe

Eine klare Mehrheit (59,2 Prozent) waren dafür, Frauen zu den Weiheämtern zuzulassen. Dass Sex nur innerhalb der Ehe erlaubt sein soll, fanden fast ebenso viele Befragte richtig (45,4 Prozent) wie falsch (40,7 Prozent).

Eine knappe Mehrheit der Befragten (51,1 Prozent) votierten dafür, den Umgang mit Homosexualität neu zu bewerten, mehr als ein Drittel (36,0 Prozent) dagegen.

Der Ergebnisse der Befragung unterschieden sich den Angaben zufolge erheblich nach der Herkunftsregion der Befragten. In Lateinamerika sprachen sich demzufolge deutlich mehr Menschen für eine sexuelle Liberalisierung aus als in Afrika.

Osteuropa gegen mehr Macht für Frauen

In Lateinamerika habe es auch am meisten Zustimmung für eine stärkere Rolle von Frauen gegeben, in Osteuropa sei die Zustimmung dafür geringer gewesen.

Bei der Frage nach der Rolle der Frau habe es auch einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern gegeben. Männer waren demzufolge deutlich häufiger der Meinung als Frauen, dass Frauen in den Gemeinden schon genügend Einfluss hätten.

Synodaler Weg

Der Begriff "Synodaler Weg" verweist auf das griechische Wort Synode. Es bedeutet wörtlich "Weggemeinschaft"; im kirchlichen Sprachgebrauch bezeichnet Synode eine Versammlung von Bischöfen oder von Geistlichen und Laien.

In ihrem Reformdialog auf dem Synodalen Weg wollen die deutschen katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten.

Logo Synodaler Weg / © Julia Steinbrecht (KNA)
Logo Synodaler Weg / © Julia Steinbrecht ( KNA )

 

Quelle:
epd