Katholiken für "lebensnahe" Entscheidung bei Patientenverfügung

Im Zweifel für ein Weiterleben

Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln hat eine "lebensnahe" Entscheidung beim Thema Patientenverfügung gefordert. Die Abgeordneten des Bundestages sollten bedenken, dass sich "Menschen im Zweifel für ein Weiterleben" entscheiden, heißt es in einer am Dienstag in Köln veröffentlichten Stellungnahme des Gremiums. So wie bei einem zur Selbsttötung Entschlossenen der Wille zum Leben unterstellt werde, so müsse "auch bei einem Kranken immer die Möglichkeit zu seiner Heilung offen bleiben".

 (DR)

Ein entsprechendes Gesetz muss nach Ansicht des Diözesanrats
sicherstellen, "dass es nicht zu einer unverantwortbaren Lebensverkürzung durch eine für den Arzt und die Angehörigen verbindliche Patientenverfügung kommt". Das könne nur durch eine  "intensive Ermittlung des mutmaßlichen Willens des  Nichteinwilligungsfähigen" erreicht werden. Nur so könne der "wahre Wille " ermittelt werden.

In Patientenverfügungen können Menschen vorab festlegen, wie sie im Fall schwerer Krankheit medizinisch behandelt werden wollen. Derzeit gibt es nach Schätzungen gut acht Millionen solcher Willenserklärungen in Deutschland. Nach dem bisher einzig vorliegenden Gesetzentwurf soll die Wirksamkeit von Verfügungen für alle Lebenssituationen und nicht nur für den Fall einer tödlichen Erkrankung gelten. Er wird von Vertretern aus SPD, FDP, Linken und
Grünen, darunter auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD)  unterstützt. Unionspolitiker sowie einige Grüne arbeiten an einem Konzept, das die Wirkung von Verfügungen begrenzt.