Mario Draghi, früherer Ministerpräsident von Italien und Präsident der Europäischen Zentralbank, erhält den diesjährigen Karlspreis. Draghi sei "Wissenschaftler und Manager", erklärte der Vorsitzende des Karlspreis-Direktoriums, Armin Laschet, bei der Verleihung des Preises am Samstag in Aachen. "Er hat Europäische Visionen entwickelt."
Draghi (78) war von Februar 2021 bis Oktober 2022 Ministerpräsident Italiens. Von 2011 bis 2019 stand er als Präsident der Europäischen Zentralbank vor. Der von ihm herausgegebene Draghi-Report schaffe eine Strategie für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas, betonte Laschet. Draghi hat "als Lebenswerk die Rettung des Euro".
Wettbewerbsfähigkeit Europas entscheidend
Der CDU-Politiker mahnte, dass es zur Überwindung der Krisen in Europa nicht nur Verteidigungsfähigkeit sondern auch wirtschaftliche Stärke brauche. "Die Frage der Wettbewerbsfähigkeit Europas ist die entscheidende Frage in diesem Jahr 2026", sagte Laschet. "Wir sind nur stark durch einen Binnenmarkt mit gemeinsamer Währung."
Der jährlich in Aachen verliehene Internationale Karlspreis zählt zu den bedeutendsten europäischen Ehrungen. Der Preis wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Namensgeber ist Kaiser Karl der Große (748-814). Zu den bisherigen Preisträgern gehören etwa Angela Merkel, Papst Franziskus und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Mit einer Million Euro Preisgeld ist er seit dem vergangenen Jahr der höchstdotierte Preis in Europa.