Kardinal Müller hofft auf mehr Ökumene im Reformationsjahr

"Mit lachendem und weinendem Auge"

Vor der Begegnung zwischen Papst Franziskus und Spitzenvertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland hat Kardinal Gerhard Ludwig Müller Hoffnung auf mehr Ökumene im Jahr des Reformationsjubiläums geäußert.

Blick auf den Petersdom / © Christopher Jelen (Erzbistum Köln)

"Der 31. Oktober 2017 sollte weltweit ein Fest des gemeinsamen Bekenntnisses werden aller Christen für Jesus Christus", schreibt der deutsche Präfekt der Glaubenskongregation der römischen Kurie in der Wochenzeitung "Die Zeit".

"Mit lachendem und weinendem Auge"

2017 jährt sich der überlieferte Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 1517 in Wittenberg zum 500. Mal. Das Ereignis gilt als Beginn der Reformation, die zur Abspaltung der evangelischen von der katholischen Kirche führte. "500 Jahre danach sollten weder die einen jubeln über die ungeheure Wirkung noch die anderen wehklagen über die Ungeheuerlichkeit dieser Wirkung", schrieb Müller. "Jeder, der an Jesus Christus glaubt, kann in echt ökumenischer Gesinnung nur mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das schauen, was Luther auslöste."

Treffen mit Papst im Vatikan geplant

Als starkes ökumenisches Zeichen gilt das Treffen zwischen Papst Franziskus, der EKD-Spitze und Vertretern der katholischen Bischofskonferenz am kommenden Montag in Rom. Es gibt noch Chancen, dass das katholische Kirchenoberhaupt zu einer der zahlreichen Gedenkfeiern nach Deutschland kommt – dies hatte Franziskus bislang offen gelassen. In der "Zeit" schrieb Kulturstaatssekretärin Monika Grütters: "Es wäre eine große Freude und ein großes Zeichen, wenn Papst Franziskus sich gerade jetzt zu einem Deutschland-Besuch entschließen könnte."

Kardinal Gerhard Ludwig Müller / © Cristian Gennari (epd)
Kardinal Gerhard Ludwig Müller / © Cristian Gennari ( epd )
Quelle:
dpa
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