Kardinal Marx fordert aufrüttelnde Filme gegen das Vergessen

Neue Horizonte

Filme können laut der katholischen Kirche dazu beitragen, mit starken Bildern Menschen für wichtige Themen zu sensibilisieren. Wie etwa für die Lage von Geflüchteten im Mittelmeer. Dieses dürfe keine Todeszone sein.

Symbolbild Filmklappe / © ponsulak (shutterstock)

Aus Sicht der katholischen Kirche braucht es mehr Filme, die die Menschen mit starken Bildern zu wichtigen Themen aufrütteln.

Auch zur prekären Lage von flüchtenden Menschen im Mittelmeer “ist eine filmische Übersetzung ihrer Geschichten wichtig”, sagte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Sonntagabend in Berlin. Anlass war der Ökumenische Empfang der Kirchen bei der 76. Berlinale, bei dem auch über den Dokumentarfilm “Kein Land für Niemand” gesprochen wurde.

Kardinal Reinhard Marx / © Julia Steinbrecht (KNA)
Kardinal Reinhard Marx / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Der 2025 entstandene Film befasst sich mit der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik und der Situation an den europäischen Außengrenzen. "Für uns ist es nicht möglich, eine solche Situation selbst zu erleben”, so Marx weiter. Es sei daher wichtig, dass mit Filmen und Dokumentationen neue Horizonte für die Zuschauer aufgerissen würden. “Wir müssen uns fragen: Wollen wir, dass den Menschen so etwas passiert?”

Mittelmeer dürfe keine Todesfalle sein

Für Marx ist dabei klar: “Das Mittelmeer darf nie wieder zu einer Todesfalle werden.” Niemand dürfe zudem in Länder zurückgeschickt werden, in denen Folter, Verfolgung oder der Tod drohten. Ohne ins Detail zu gehen, kritisierte Marx eine Orientierung an einer rechtspopulistischen Flüchtlingspolitik: “Dieses Nachahmen der Rechtsradikalen ist furchtbar.”

Leerer Kinosaal / © peych_p (shutterstock)

Aus filmischer Sicht geht es laut Marx deshalb auch darum, dass nicht nur Unterhaltung geboten wird, sondern Geschichten erzählt werden, die auf die Schicksale von Menschen aufmerksam machen.

Bei dem Empfang zur Berlinale wurde auch die Ökumenische Jury der evangelischen und der katholischen Kirche vorgestellt. Sie vergibt seit mehr als drei Jahrzehnten bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin Preise für Filme, deren Themen mit dem Evangelium in Einklang stehen oder die das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Werte sensibilisieren.

Ökumenische Jury auf der Berlinale

Seit 1992 sind die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen - Interfilm und Signis - durch eine aus sechs Mitgliedern bestehende gemeinsame ökumenische Jury auf der Berlinale vertreten. Die Jury vergibt ihren Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb, sowie je einen mit 2.500 Euro dotierten Preis für einen Film aus der Sektion Panorama und aus dem Programm des Forums.

Der Berlinale Palast in Berlin / © 360b (shutterstock)
Quelle:
KNA